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WURZELN DES ERFOLGS: Über das Düngen und fruchtbaren Boden

Dünger und Düngen gehören sicherlich nicht zum glamourösen Teil des Gärtnerlebens. So fängt ein Buch an, dass mich zutiefst fasziniert hat, obwohl es ein Thema ist, um das ich lange herumgestrichen bin.


Erstens, weil es eine Wissenschaft für sich ist.

Zweitens, weil ich meine Pflanzen bislang eher intuitiv gedüngt habe. Und drittens, weil es so viele verschiedene Dünger gibt. Allein das hat mich schlicht überfordert und oft verunsichert.


Bis ich dieses Buch entdeckt habe, das ich kaum aus der Hand legen konnte.

Dünger – Kraft für Boden und Pflanzen.

Tina Råman, Ewa-Marie Rundquist und Justine Lagache haben mir eine neue Welt eröffnet und sie mir zugänglich gemacht.


Man spürt förmlich auf jeder Seite ihre Leidenschaft (für Dünger??! Oh ja!), was das Buch sehr unterhaltsam und informativ macht.


Bei dieser Materie kann es morastig zugehen, eklig sein und stinken. Und der Stoff hat ziemlich viel mit Chemie zu tun. Aber es ist in vielerlei Hinsicht ein wichtiger und interessanter Themenbereich. „Selbstverständlich, sagt der bereits erleuchtete, der Profi. Wir kleine Hobbygärtner hingegen fokussieren uns oft auf Pflanzen und Äußerlichkeiten und vergessen dabei manchmal, wie wichtig es ist, einen guten, nährstoffreichen Boden aufzubauen, in dem unsere Pflanzen ihr Potenzial überhaupt erst beweisen können. So das Buch.


Pflanzen brauchen, genauso wie wir auch, Nährstoffe zum Leben. Ist der Kühlschrank leer, muss er wieder gefüllt werden. Ein mit Nährstoffen angereicherter Boden ist die beste Basis.

Die Nährstoffe werden mit Hilfe von Wasser gelöst und den Pflanzen so zugänglich gemacht. Je nach Beschaffenheit des Bodens (durchlässig bis verdichtet) ist die Aufnahme von Nährstoffen für sie leichter oder schwerer. Man kann dem Boden auf unterschiedlichste Weise Nährstoffe zusetzen, da allerdings fängt die Qual der Wahl schon an.


„Die Natur deckt ihren Nährstoffbedarf ganz vortrefflich. Die Krux ist allerdings, dass wir die Nährstoffbilanz stören, indem wir den Boden bestellen. Wir müssen der Natur zurückgeben, was wir ihr nehmen.“, so heißt es.


In der Natur ist das genial geregelt: Unzählige kleine Nützlinge, Pilze und Bakterien sind in der Erde am Werk und verwandeln abgestorbene Pflanzenreste, Laub und sämtliches organisches Material wieder in Nährstoffe. Ein perfekter Kreislauf. 

Wo der Kreislauf durch Kultivierung der Böden unterbrochen wird, im Garten und in der Landwirtschaft, müssen wir für Ausgleich sorgen.


Foto: Jurga Jot, Shutterstock

Bestes Zeichen für gesunden Boden. Regenwürmer!


Ganz entscheidend: Die Bodenbeschaffenheit

Lars Krantz, schwedischer Gartenvisionär, hat es auf den Punkt gebracht: „Mein bester Tipp an alle Gartenfreunde: Lerne Deinen Boden kennen, entwickle ein Gespür für Deinen Boden! Das ist die Basis für eine lange und fruchtbare Beziehung mit Deinem Garten.“


Die Qualität des Bodens ist entscheidend, sie bestimmt wie viel und wie gut Nährstoffe und Wasser zur Verfügung stehen. Weil der Boden je nach Beschaffenheit Wasser und Nährstoffe besser halten kann, Pflanzen also länger oder nur kürzer mit Nährstoffen versorgt werden. Zusätzlich spielt der pH-Wert des Bodens bei der Nährstoffaufnahme eine Rolle. Es gibt Pflanzen, die saure Böden vertragen und solche, die es lieber kalkhaltig mögen. 


Aber die gute Nachricht: Jeder Boden kann beeinflusst und verbessert werden. Idealerweise durch Untermischen von organischem Material wie Kompost, Stallmist, Rindenmulch, Kalk oder einfach durch Umgraben zum Belüften. 


Wenn Du sichergehen willst, lass eine Bodenprobe bestimmen oder achte auf bestimmte Zeigerpflanzen in Deinem Garten.


Zeigerpflanzen, die den Boden bestimmen

Die meisten wollen sie nicht im Garten haben und unternehmen alles Mögliche und Unmögliche, um sie zu vergraulen: Unkräuter. Ich nenne sie lieber Wildkräuter, denn sich auf ein freundschaftliches Miteinander einzulassen ist kraft- und nervenschonender. „Pflanzen entscheiden selbst, wo sie Wurzeln schlagen“. Sie wachsen dort, wo der Boden ihnen alles gibt, was sie brauchen, wo für ihre Bedürfnisse ideale Bedingungen herrschen. 

An diesen Zeigerpflanzen kannst Du etwas über die Beschaffenheit des Bodens ablesen: Ist er eher sauer oder kalkreich? Enthält er viel Stickstoff oder ist er eher sandig? Ein Blick auf das, was von alleine an Ort und Stelle wächst, lohnt sich und ist sehr aufschlussreich.

Hast Du Brennnesseln, Löwenzahn und Giersch im Garten, tut es mir wirklich leid ;-). Aber dafür darfst Du Dich über einen nährstoffreichen Boden freuen. Klatschmohn und Ackerwinde sprechen für Kalk, Taubnessel und Sternmiere für viel, Schafgarbe für wenig Kalium und die Acker-Glockenblume für einen hohen PH-Wert (ich empfehle sehr Seite 53 im Buch. Da stehen sie alle.)


Gute Erde macht Sinn

Es ist sehr ratsam, beim Anlegen von Beeten, Bepflanzen von Kübeln oder Töpfen gleich eine gute Basis zu schaffen, und zwar in Form von qualitativ hochwertiger Erde, die bereits mit spezifischen Nährstoffen für die jeweiligen Pflanzen angereichert ist, wie z.B. Rosenerde, saure Erde für Rhododendron und Hortensien, Erde für Kübelpflanzen und Erde zur Anzucht – damit sind die Pflanzen zunächst gut versorgt. Und tatsächlich sollte man beim Kauf von Pflanzenerde nicht sparen, da Erde mit einer besseren Zusammensetzung auch ihren Preis hat. Im besten Fall enthält die Erde eine ausgewogene Mischung von Mineralien, Humus und Nährstoffen und bewegt sich im neutralen pH-Bereich.


Aber irgendwann sind die Nährstoffe verbraucht und dann sollte man das Nachdüngen nicht vergessen.



Foto: Jacob Lund, Shutterstock


Dünger – Fast Food oder mit Liebe gekocht?

Kunstdünger versus Organischer Dünger

Kunstdünger ist leicht zu Handhaben. Er wird im Labor hergestellt und zeigt eine schnelle Wirkung, da er sehr viele Nährstoffe enthält. Er wirkt wie ein Booster auf die Pflanzen. Das war es aber auch schon mit den Vorteilen von künstlichem Dünger. Stattdessen kann man schnell überdüngen und damit die Pflanzen langfristig schädigen und den Boden mit seinen Mikroorganismen zerstören. Nicht nur den Boden an Ort und Stelle, denn die überflüssigen Stoffe gelangen in den Wasserkreislauf und damit auch dorthin, wo sie nicht hin sollten.


Natürlicher Dünger besteht ausschließlich aus organischen Stoffen – aus Pferdemist, aus Brennnesseln, aus Algen, aus Jauche, aus Laub, aus Grünschnitt, aus Gesteinsmehl, aus Hornmehl etc. – und führt dem Boden quasi die Stoffe, die wir ihm durch die Kultivierung genommen haben, wieder zu. Natürlicher Dünger wirkt wesentlich nachhaltiger, da er je nach Bestandteilen die Nährstoffe schneller oder langsamer abgibt, länger vorhält und eine Überdüngung nicht so schnell eintreten kann bzw. sie gar nicht erst ermöglicht.

Ein weiterer Vorteil von organischem Dünger ist, dass er das Mikroleben im Boden fördert, also auch auf lange Sicht für einen gesunden Boden sorgt.

 

„Die Wahl des Düngers kann mit der Wahl des Essens verglichen werden. Fertiggericht oder natürliche, rohe Zutaten? Restaurant oder heimische Küche? Fast Food oder Slow Food? Konventionell oder ökologisch?“  


Über die Wichtigkeit eines gesunden Bodenlebens

Unzählige Kleinstlebewesen sorgen dafür, dass abgestorbenes organisches Material in ein wertvolles Gut verwandelt wird. Beim Abbauprozess werden Stoffe freigesetzt, die dann durch Mikroorganismen (die die Zersetzung weiter vorantreiben) den Pflanzen wieder zugänglich gemacht werden.

Selbstverständlich gibt es auch schädliche Bakterien und Pilze, wichtig ist es also, dass der Boden im Gleichgewicht ist. Es gilt unbedingt chemische Produkte zu vermeiden, die durch ihren Einsatz noch mehr Schaden anrichten würden.

Du kannst aber auch aktiv dafür sorgen, dass sich gute Mikroorganismen ansiedeln und bleiben. Kümmere Dich um Deinen Boden, versorge ihn mit Kompost oder Mist oder füge lebende Mikro-Organismen hinzu.


Was ist "Lebender Dünger"?

Ganz klar, Mikroorganismen sind für einen fruchtbaren Boden extrem wichtig. Den natürlichen Dünger für Deine Blumen und eine üppige Ernte kannst Du sogar für Deine Zimmerpflanzen verwenden.

Der Dünger versorgt Deine Pflanzen mit 

  • ausgewogenen Nährstoffen (Vitamine, Spurenelemente, Phytohormone, Erhöhung der Bioverfügbarkeit von Stickstoff, Phosphor, Kalium)

  • verbessert die Qualität Deiner Pflanzen und die Quantität Deiner Ernte (um bis zu 30%)

  • macht Deine Schützlinge widerstandsfähiger gegen Wetterstress

  • sorgt für ihre Gesundheit

  • und regt die Samenkeimung an.

Er ist vollkommen unbedenklich für Menschen, Fische, Vögel, Insekten, Trinkwasser und die Umwelt. Zertifiziert für den ökologischen Landbau und vegan.



Und das ist das Buch:


Dünger – Kraft für Boden und Pflanzen, Tina Råman, Ewa-Marie Rundquist, Justine Lagache

Kosmos-Verlag


Mit diesem Buch wirst Du verstehen, wie der Kreislauf deines Gartens funktioniert. Den Autoren ist es gelungen, das Thema Düngen einfach und verständlich darzustellen und ihn „mit Tiefgang und appetitlich zu präsentieren.“


Amüsant und sehr unterhaltsam geschrieben.









2 Comments


anett.guenther
May 10

Woher hast du das Buch. Im Internet ist es nicht zu finden…

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Birgit
Birgit
May 10
Replying to

Amazon...

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