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MEXIKO, KAUKASUS & HOLLAND – aber heimische Wildblumen machen Deinen Garten noch bunter!

Mit einem Garten holen wir uns ein Stück pure Natur in die eigenen vier Zäune - denken wir.


Von wegen!

Der übliche Garten, bestückt mit Pflanzen, die Gärtnereien und Baumärkte im Allgemeinen so anbieten, ist im Grunde weitest entfernt von einem wirklich natürlichen Lebensraum.


Schau Dich mal genau um in Deinem Garten. Da wachsen Kosmeen neben Rittersporn, Hortensien werden von Nachtviolen überragt, Tulpen und Pfingstrosen kündigen den Sommer an und so weiter und so weiter. All diese herrlich blühenden Schönheiten (die ich natürlich auch in meinem Garten habe!) kommen in Wahrheit von weit her. Sie haben vor langer Zeit ihren ursprünglichen Lebensraum verlassen und sind ausgewandert - besser gesagt: von Menschenhand verschleppt worden, um sich in unseren Gärten neben ihren völlig fremden Kolleginnen neu anzusiedeln. Und das ist ja auch in Ordnung und gelebte Diversität in unseren Beeten.

Mexiko blüht neben Sizilien, der Kaukasus neben Argentinien, Holland neben Ostasien – es blüht einmal rund um die Welt.

Backe an Backe: Süd-Europa mit Argentinien und China. Und das Ganze in Bayern.


Heimische Wildblumen erhalten und fördern

Allerdings sollten wir trotz dieser wunderbaren Gemeinschaft aus verschiedenen Nationalitäten die heimischen Pflanzen nicht ganz aus dem Blick verlieren. Nicht aus patriotischen Gründen, sondern weil die Natur eigentlich die beste Gärtnerin ist. Sie weiß, welche ihrer Geschöpfe welche Bedürfnisse haben, wer in der Sonne oder im Schatten am besten gedeiht, welche eher sandigen oder eher lehmigen Boden brauchen. Und sie weiß auch, wer sich mit wem am besten verträgt und wer sich wo nützlich machen kann.



Foto: Sonja Bannick


Heimische Arten haben sich ohne menschliches Zutun hier angesiedelt und können alleine für ihren Erhalt sorgen. Sie haben sich im Laufe der Jahrhunderte perfekt an ihre natürliche Umwelt angepasst und spielen als Nahrungslieferanten für Insekten, Bienen, Schmetterlinge und andere Lebewesen eine wichtige Rolle im Kreislauf der Natur.


Leider sind viele heimische Pflanzenarten* mittlerweile durch den Einsatz von Pestiziden, der Versiegelung von Flächen und Verarmung der Landschaften vom Aussterben bedroht – und dies wiederum bedroht unsere bunte Vielfalt aus der Tierwelt.


Laut NABU entspricht die Fläche aller deutschen Gärten in etwa der gesamten Fläche der deutschen Naturschutzgebiete. Damit sind wir eigentlich verpflichtet, den heimischen Arten in unseren Gärten wieder Raum zu geben. Sie haben nämlich noch einen unschlagbaren Vorteil: Sie sind wesentlich pflegeleichter, robuster und genügsamer als ihre Freunde aus fernen Ländern und gerne bereit, sich unter die Kosmopoliten zu mischen.


HIER findest Du eine passend zusammengestellte Samenmischung aus 9 verschiedenen Staudensorten. Alle samenfest und in Bio-Qualität.



Bunte Artenvielfalt im eigenen Garten


Wenn Du Glück hast, kannst Du diesen heimischen Arten in der Natur bei uns begegnen.

Du kannst auch selber für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt sorgen und Dir heimische Wildblumen in den Garten holen.


Hier habe ich Dir ein paar aufgeschrieben. All diese Pflanzen bieten Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle. Tipps zur Aussaat findest Du ganz unten im Text.


Arnika

Ackerrittersporn

Bärwurz

Blauer Eisenhut

Buschwindröschen

Distel

Echter Eibisch

Feldmannstreu

Gänseblümchen

Gemeine Akelei

Huflattich

Johanniskraut

Klatschmohn

Konrade

Löwenzahn

Maiglöckchen

Moschusmalve

Natternkopf

Sand-Thymian

Wald-Sauerklee

Skabiose

Wiesenschaumkraut

Wiesenflockenblume

Wilder Majoran




Oder klick einfach auf die Bilder!


TIPPS FÜR HEIMISCHE WILDPFLANZEN IM EIGENEN GARTEN


  • Einer der häufigsten Gründe, warum Wildblumen nicht gut im eigenen Garten wachsen, ist, dass unsere Böden zu nährstoffreich sind. Die meisten bevorzugen einen kargeren Boden. Daher am besten die Erde mit Sand vermischen und nicht düngen.

  • Ausserdem empfehle ich, dass Du sie in Töpfen vorziehst. Dann haben sie mit einer stattlicheren Größe einen gewissen Vorsprung und werden nicht so schnell von Beikräutern überwuchert. Oder von Schnecken vertilgt.

  • Achte auf ihre Standortansprüche sind. Die Sand- und die Felsennelke zum Beispiel tragen ihren Traumplatz schon im Namen... Wobei gerade die Felsennelke bei mir auch brav im Beet wächst. Ein Plätzchen im Steinbeet ist für sie aber besonders fein.

  • Blutweiderich liebt es feucht (ich habe ihn in einer Zinkwanne - tatsächlich ohne Loch) und er macht mir jedes Jahr sehr viel Freude in seinem "Sumpf". Aber auch wenn es mal trockener wird, kommt er gut zurecht.

  • Zur Zeit bin ich ein großer Fan von Arznei-Baldrian. Er wächst so ziemlich überall gut und macht sich als hohe Staude ganz wunderbar in meinen Beeten (und selbst im Topf habe ich ihn).

  • Bei Schafgarbe wirst Du merken: Je gehaltvoller der Boden, desto höher wird die Staude. Bei der Beetgestaltung beachten!

  • Du kannst sie natürlich auch als Wildblumenwiese anlegen. Bitte achte darauf, sie nicht zu dicht zu säen, die brauchen alle ihren Platz um sich gut zu entfalten. Am besten die Samen mit Sand mischen und dann auf gut vorbereitetem Untergrund (unkraut- und grasfrei) aussäen.



*Heimische Pflanzen


"Unter indigenen Pflanzen, auch autochthone Pflanzen genannt, versteht man solche Pflanzensippen, die in einem bestimmten Gebiet einheimisch sind, d. h., die sich dorthin ohne Einfluss des Menschen ausgebreitet haben und dort dauerhaft vorkommen und reproduzieren.

Davon unterscheidet man solche Pflanzenarten, die durch menschlichen Einfluss in das Gebiet gelangten, und zwar:

  • Archäophyten vor dem Jahr 1492

  • Neophyten ab dem Jahr 1492

  • Kulturpflanzen

In vielen Fällen ist die Einordnung einer Pflanzenart in die genannten Kategorien sehr schwer abzusichern. Die willkürlich erscheinende Trennung nach dem Jahr 1492 bezieht sich auf die Entdeckung Amerikas, nach der ein verstärkter Florenaustausch zwischen der Alten Welt und Neuen Welt ermöglicht wurde und aktiv vor allem viele Kulturpflanzen weltweit verbreitet wurden."

(Quelle: Wikipedia)




Foto Blutweiderich: Sonja Bannick

Fotos heimische Wildblumen: Janina Laszlo/Samen Maier


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