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GLÜCKSMOMENTE IM HERBST oder 10 wunderbare Gründe, den Herbst zu lieben


Jedes Jahr wird sie stärker. Meine Liebe zum Herbst.


Auch wenn er uns manchmal düster und dunkel um die Ecke kommt, uns die Flip-Flops in den Schrank räumen lässt, die langen Tage in lauer Luft beendet, wenn die ersten Herbststürme ums Haus pfeifen, Blätter von den Bäumen fallen und es kühl und ungemütlich draußen wird, dann endlich ist die Zeit für die ganz besonderen Glücksmomente, die es nur im Herbst geben kann.

Er ist nämlich bunt, mystisch, ein bisschen leiser, entspannt und vollgestopft mit Genuss.


Und deswegen gibt es jetzt meine zehn persönlichen Glücksmomente im Herbst.


1. Die erste Kerze

Ich verbiete mir von April bis September jegliches Kerzenlicht im Haus. Und warum? Weil es nichts Beglückenderes gibt, als sich bei Dämmerung und Nebel die erste Kerze anzünden zu dürfen.

Und es darf eine neue Kerze sein. Ein Hagebuttenzweig dazu, ein paar Äpfel, Kastanien, Nüsse.

Ich mag schon den Geruch der Streichhölzer beim Anzünden, das Spiel der Flamme und die Ruhe, die die erleuchtete Kerze dann im Raum verbreitet.



2. Die Dahlienfelder

Die gibt es vielleicht nicht überall, aber es lohnt sich auch ein bisschen Fahrt auf sich zu nehmen, um auf ein Dahlienfeld zum Blumenschneiden zu gehen. Ein Meer von leuchtenden Farben, von meinen Füßen bis zum Horizont, Pink, Purpur, Gelb, Rot, Orange und alles, was dazwischen ist, gestreift, einfarbig, mehrfarbig – und darüber der klare, tiefblaue Herbsthimmel. Die Königin des Herbstes blüht vom Spätsommer bis zum ersten Frost. Und ich stehe vor diesem unglaublichen Fest der Farben, und weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Mit welchen ich meine Vasen füllen möchte, um etwas von diesem Gefühl mitzunehmen.



3. Den Ofen das erste Mal anheizen

Ähnlich wie die Kerze. Ein Ritual.

Holz reintragen. Von kleinen Insekten befreien (am besten, VOR dem Reintragen), aufschichten, kleines Holz, mittleres Holz, großes Holz. Streichholz an. Und zuschauen. Besser als Fernsehen. Finden übrigens alle hier, da selbst die 16- und 14jährigen Mitbewohner für diesen Moment das Smartphone aus der Hand legen.





4. Der erste Ofenkürbis

Mein absolutes Lieblingsrezept - wunderbar als Hauptgericht, aber auch perfekt als Beilage. Super einfach und unglaublich köstlich.


Zutaten:

  • 1 Hokkaido-Kürbis

  • Eine Handvoll Weintrauben

  • Daumengroßes Stück Ingwer

  • Knoblauch (da das sehr individuell ist, überlasse ich Dir die Menge, ich nehme mind. 8 Zehen)

  • 100 ml Olivenöl

  • 100 ml Orangensaft

  • Salz

  • Pfeffer

  • gemahlene Nelken

  • ein paar Prisen Zimt

Heize den Ofen auf 200 Grad vor. Viertel den Kürbis, entkerne ihn und schneide ihn ungeschält in ca. 1 cm dicke Scheiben oder Halbmonde.


Vermische den Kürbis in einer Schüssel mit Olivenöl, Orangensaft, geriebenem Ingwer, klein geschnittenem Knoblauch, Salz, Pfeffer und den Gewürzen.


Lege den Kürbis auf ein Backblech, idealerweise in nur einer Schicht. Ab in den Ofen und ca. 40-50 Minuten backen bis er schön geröstet und weich ist. Verteile für die letzten 10 Minuten die Weintrauben auf dem Kürbis.


Optional kannst Du mit den Weintrauben auch noch Feta auf dem Kürbis verteilen.


5. Die erste heiße Schokolade

Normalerweise kann man mich mit warmer Milch jagen. Schon als Kleinkind verursachte nur der Gedanke daran, einen leichten bis mittleren Würgereiz. Da musste ich noch nicht mal an die potentielle Haut denken.


ABER. Großes Aber.


Die erste (und letzte!) heiße Schokolode des Jahres ist ein MUSS. Mit Schaum. Und Mini-Marshmallows. Und nix Kaba oder Nesquick. Nein, echter richtiger Kakao. Und dann gerne gezuckert.


6. Wärmflasche und Sofa

Und dann nehme man sich seine heiße Schokolade, setze sich vor den Ofen aufs Sofa, starre aufs Feuer und lege wahlweise eine Katze oder eine Wärmflasche auf seinen Bauch. Und das Buch. Das gute Buch.


Übrigens habe ich die süßesten Wärmflaschen entdeckt. In Herzform, aus reinem Wollfilz (Bio-Merino-Wolle nach höchstem ökologischen Standard handgefilzt), alles – auch die Flaschen – sind in Deutschland produziert. Ein paar habe ich im Shop, schau mal HIER.


7. Auch mal Orange, Gelb und Rot toll finden

Normalerweise gibt es bei mir Weiß, Rosa, Lila, Pink und Blau. Aber der Herbst, der darf. Der darf bunt werden. Nicht nur die Blätter an den Bäumen. Plötzlich zieht Rot mit den Hagebutten und den Zieräpfeln ein, orangene Dahlien mischen sich mit purpurfarbenen Astern und der Topinambur, den ich sowieso nicht wegkriege, überragt mit seinen gelben Blüten den Bauerngarten. Gelbe Quitten, orangene und rote Blätter. Und weißt Du was? Ich finde es großartig. Und sie lassen die letzte Herbstsonne noch stärker strahlen.


8. Die "Warmen-Herbst-Winter-Klamotten" wieder entdecken

Das ist wie Shoppen. Nur billiger. Sommerkleider und Bikini – good bye bis zum nächsten Jahr! Und Bühne frei, für dicke Pullis, warme Socken, Schals und Mützen. Neue Looks, neu kombiniert, neu entdeckt.


Und unter uns – unter dem dicken Pulli verschwindet auch das kleine Bäuchlein.


9. Den Rasenmäher wegpacken

Ich muss zugeben, ich liebe den Geruch nach frisch gemähtem Rasen. Den Rasenmäher liebe ich nicht ganz so. In der Garage ein ewiges Mahnmal an das, was dringend erledigt werden muss und keiner gerne tun möchte. Schiebt ihn verbunden mit viel Lärm durch den Garten, möglichst in ordentlichen Bahnen. Versucht, auch die Ränder ordentlich zu erwischen, sonst Nachschneiden per Hand. Ich sammle vor dem Mähen die Schnecken aus dem hohen Gras, die Häuschenschnecken. Hundebesitzer sammeln noch ganz andere Dinge auf, die ihnen sonst beim Mähen geruchsintensiv um die Ohren fliegen. Äste bleiben laut knackend im Mähwerk hängen, blockieren es, das klein gehäckselte Gras spritzt mir an die Füße, an die Beine, ich schwitze, ich möchte, dass es vorbei ist, es sind nur noch ein paar Runden, die schaffe ich noch…


Vorbei. Es ist vorbei. Der Rasenmäher, dem ich durchaus auch mit Zuneigung begegne, ja, wir pflegen trotz allem eine innige Beziehung, uns verbindet die gemeinsame Anstrengung und der Stolz auf das vollbrachte Werk, hat Pause. Ich räume ihn in die hinterste Ecke der Garage, verabschiede ihn in die Winterpause. Und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Und irgendwie erleichtert.


10. Die Gartensaison Revue passieren lassen

Ich habe ein dickes Notizbuch. Jetzt ist die Zeit aufzuschreiben, ein Gartenjahr-Rückblick zu machen. Was waren dieses Jahr meine Lieblinge? Wer meine Sorgenkinder? Was sollte ich anders machen, Pflanzen an bessere Standorte setzen, hier und da noch eine Lücke füllen oder überfüllte Beete etwas auflockern? Wovon hätte ich gerne noch mehr? Dann setze ich mich drinnen gemütlich aufs Sofa (siehe Punkt 6 ) und notiere meine Gedanken. Lese die Notizen der letzten Jahre, blättere mich durch Gartenbücher und freue mich schon aufs nächste Jahr.





Dann geht es nämlich wieder los. Das Gartenglück.






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