©2017 by Sarah         Impressum

DER BAUERNGARTEN

29.07.2019

Auch wenn ich mir den Cottage Garten auf die Stirn geschrieben habe, ganz so weit entfernt liegt er ja nicht - der Bauerngarten. Vieles haben sie gemeinsam, und eine klare Trennungslinie kann man, und muss man vielleicht auch gar nicht, ziehen.

 

Foto: @evelin81243_bayern

 

Vielleicht ist der Bauerngarten ein bisschen mehr auf tatsächliche Nutzpflanzen ausgelegt, meist eingezäunt und eher in ländlichen Gebieten zu finden. Und wenn Ihr wissen möchtet, was für mich ein Cottage Garten ist - lest einfach hier

 

Nachdem aber jetzt der Bauerngarten in unseren Breitengraden doch eher der geläufigere Begriff ist (als der Cottage Garten), sollte ich auch ihn unbedingt mit einem Beitrag würdigen.

 

 

Der Bauerngarten

 

Eigenes Gemüse, köstliche Beeren, der Duft von Kräutern. Und natürlich der Blumenstrauß - alles auf direktem Wege vom Garten in die Küche und auf den Tisch. 

 

Ein purer Genuss. Fast schon kindliche Freude, die Früchte seines Gartens ernten und genießen zu können.

 

Foto: Stefan Körber, Fotolia.

 

Ursprünglich war der Bauerngarten - wie auch der Cottage Garten - ein Nutzgarten, der von der bäuerlichen Bevölkerung angelegt wurde, um Bäuche und Speisekammern zu füllen. Eingezäunt, um Tiere davon abzuhalten, am Gemüse zu knabbern.

 

Auch andere Nutz- und Heilpflanzen sowie Kräuter und Färbepflanzen wurden angebaut.

 

Heute hat der Bauerngarten zwar nicht mehr die gleiche Bedeutung wie damals, aber er ist ein Gartenstil, der das Auge erfreut und vor allem auch dem „neuen“ Naturbewusstsein, dem Wunsch nach Ursprünglichkeit, entspricht und das Nützliche mit dem Schönen verbindet. 

 

 

 

Üppig blühend und natürlich

 

Genau wie beim Cottage Garten gilt auch für den Bauerngarten: Er darf (soll) gerne romantisch und natürlich sein, vielleicht nicht unbedingt akkurat und ordentlich. Lieber üppig und großzügig. 

 

 

 

 

Trotzdem sollte man nicht völlige Willkür walten lassen, sondern sich vorher Gedanken über Wege, Einfassungen, Zäune und Bepflanzungen machen - ein durchdachter Plan mit einem schlüssigen Konzept kann sehr hilfreich sein.

 

 

Planung: Lage, Grundriss und Begrenzung

 

Am besten wählt man für den Bauerngarten ein sonniges Fleckchen, da die meisten Pflanzen, die hier wachsen sollen, viel Sonne benötigen.

Ist der Platz gefunden, folgt der Grundriss mit klarer Begrenzung. Gut eignet sich ein rechteckiger Grundriss mit einer Umfriedung aus Naturmaterialien – wie ein rustikaler Staketenzaun oder ein weißgestrichener Lattenzaun. Auch schmiedeeiserne Zäune machen sich hier gut.

 

 

 

 

Denkt schon bei der Planung daran, möglichen Kletterpflanzen oder Blumenranken einen Platz in den Beeten zu reservieren. Duft- und/oder Staudenwicken, Klematis oder niedrigere Rambler (ich habe die Super Excelsa und die Perennial Blush an meinem Zaun) eignen sich bestens.

 

 

Struktur: Wege und Beete anlegen 

 

Rechteckige Bauerngärten sind meist durch ein Wegkreuz in vier Viertel unterteilt. Auch hier können sich die Romantiker austoben. In die Mitte passt beispielsweise ein Brunnen, ein Tisch oder auch ein paar hübsch arrangierte Töpfe. Schön für die Einfassungen der Beete sind Steine, geflochtene Haselzäune oder Korbweiden. Aber auch Pflanzen wie Schnittlauch, Lavendel, Heckenkirsche, Maigrün, Frauenmantel, Ysop, Currykraut, Wollziest.

 

Foto: @fraeuleinemmama

 

Für die Wege eignen sich Kies, ein unregelmäßiges Pflaster, Hackschnitzel oder auch einfach nur Rasen.

 

Hübsch gestaltete Hochbeete passen immer gut rein. Tipps, wie man Hochbeete am besten befüllt, findet Ihr in diesem Video.

 

 

 

Zu einem Bauerngarten gehört auch die entsprechende Deko. Früher wurden in traditionellen Bauergärten Rosenkugeln aufgestellt, auch „Glückskugeln“ genannt. Sie besaßen angeblich geheime Kräfte und hielten durch ihre reflektierende Oberfläche Greifvögel ab.

 

 

Bepflanzung

 

Die Mischung macht’s. In wilden Bauerngärten wächst ein Mix aus Blumen, Gemüse sowie Heil- und Küchenkräutern. 

 

 

 

Bei mir wachsen Hand in Hand und Kopf an Kopf neben Gemüse und Kräutern Rosen, Akeleien, Astern, Pfingstrosen, Phlox, Katzenminze, Herbstanemonen, ein niedriger Schmetterlingsflieder, ein Zierapfelbäumchen (auch klein, ca. 1,60 m hoch), die blaue Rasselblume, Kosmeen, Borretsch, Frauenmantel, Tulpen, Rittersporn, Schafgarbe, Ziersalbei, Nachtviolen und Hornveilchen.

 

Ansonsten zählen zu den typischen Bauerngartenpflanzen natürlich Stockrosen, Lupinen, Glockenblumen, Malven, Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Dahlien, Margeriten, Löwenmäulchen, Purpur-Sonnenhut, Mohn, Seifenkraut, Schwertlilien, Gladiolen, Zinnien, Levkojen, Madelröschen, Muskatellersalbei, Mondviolen, Mutterkraut…

 

Mit Zwiebelpflanzen oder Kräutern wie Minze und Thymian, in alte Tontöpfe gepflanzt, kann man gut Akzente setzen, ein Rosenbogen am Eingang, gerne auch mit Hopfen oder Efeu berankt, schafft eine besondere Atmosphäre.

 

 

 

Pflegeleicht und absolute Familienlieblinge sind jede Art von Beeren. Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeerreihen oder Stachelbeeren sind dafür ideal. 

 

Auch die Nutzpflanzen selbst mögen es gerne bunt gemischt. Dadurch verhindert sich die Ausbreitung von Schädlingen. Dill fördert beispielsweise die Keimfähigkeit von Möhren, Tagetes halten Nematoden fern, Ringelblumen schützen vor Krankheiten von Kohl, Bohne und Tomate, Salbei schreckt den Kohlweissling ab und Basilikum den Mehltau. Auch sollte zwischen den Erdbeeren der Knoblauch nicht fehlen.

 

 

Tipps für kleine Gärten oder Balkonbepflanzungen

 

Wer nicht viel Platz hat, kann sich auch einen Mini-Bauerngarten anlegen - wie meine Freundin Susie. Er ist nur ein paar Quadratmeter groß und besteht aus einem Hochbeet, bepflanzten Zinkwannen und ein paar Töpfen.

 

Foto: Susie Longo (@casa_longo)

 

 

Gemüse wächst übrigens auch prima in Töpfen (es muss ja nicht gleich der Kürbis sein), aber Cocktailtomaten, Snackgurken und Radieschen passen wirklich überall hin.

 

Und selbst auf dem Balkon kriegt man einen Bauerngarten hin (schaut mal hier).

Verschieden große Töpfe, mal mit Gemüse, mal mit Blumen bepflanzt, Blumenkästen, die zum Bauerngarten-Stil passen und vielleicht ein Sichtschutz aus Haselnussruten. Auch ein Stück Staketenzaun, der an der Wand oder am Geländer lehnt, gibt dem Balkon den richtigen Flair.

 

 

Foto: Dora Zett, Fotolia

 

 

 

 

Hättet Ihr gerne einen Bauerngarten? Oder habt vielleicht schon einen?

Ich freue mich über Eure Fotos an sarah@mycottagegarden.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

24.10.2019

03.12.2018

Please reload

Archive
Please reload

Search By Tags
Folge uns
  • Facebook Social Icon