40 PFLANZEN, DIE SCHNECKEN LINKS LIEGEN LASSEN

Was genau sich die Evolution bei der Entwicklung von Schnecken dachte, weiß ich nicht. Der kulinarisch-versierte Franzose hätte vielleicht eine Knoblauch-Petersilien getränkte Antwort in petto, aber ich rede hier in erster Linie von Nacktschnecken (Hugh Fearnley Whittingstall aus dem River Cottage hat mit wirklich viel Kreativität und Ausdauer versucht, sie schmackhaft zu machen. Es ist ihm nicht gelungen.).

Die (geschützte!) Weinbergschnecke.

Foto: Janina Laszlo

Auch, dass Igel und Laufente Gefallen an ihnen finden, hilft mir nur kurzfristig über die Tatsache hinweg, dass sie sich unglaublich gerne durch meine Beete fräsen und herbe Verluste unter meinen Pflanzen verursachen. Und bestimmt gibt es auch eine Gattung Mensch (Gastropodist?), die sich auf diesem Gebiet als Sammler, Liebhaber und Bewunderer betätigt. #ichnicht

Der Hauptübeltäter ist tatsächlich die Nacktschnecke. Diese possierlichen Tierchen machen sich nämlich mit Vorliebe über junge Triebe her, während ihre Kolleginnen mit Wohnwagen eher welken Abfall und sogar die Eier ihrer gebäudelosen Mitschleimer bevorzugen. Man kann letzteren also eine gewisse Nützlichkeit unterstellen, außerdem haben sie durchaus auch einen ästhetischen Reiz, was sich von der gemeinen Spanischen Wegschnecke nicht unbedingt behaupten lässt.

Gut getarnt ist halb gewonnen.

Foto: My Cottage Garden

Aus ethischen, ästhetischen und moralischen Gründen sollte man das Gemetzel an den Pflanzen nicht mit einem Gegengemetzel an Schnecken rächen, da sie erstens Lebewesen sind und zweitens auch eine nützliche Rolle im Ökosystem spielen – denn wenn der Salat dann mal verputzt ist, fressen sie nämlich auch totes Kleinstgetier.

Momentan sieht meine morgendliche Routine so aus, dass ich barfuß (früh! sehr früh!) durch den taunassen Garten laufe und mit höchster Konzentration, sofern das schlaftrunken überhaupt möglich ist, tunlichst vermeide, auf eine Schnecke zu treten. Stattdessen setze ich sie in einen schwarzen, großen Plastikeimer mit Deckel, meist mitsamt Fetzen von angefressener Dahlie oder Rittersporn, natürlich damit es ihnen auf der Reise auch gut geht.

Dieser Eimer wird dann brav täglich in den Wald getragen (wenn ich den Jüngsten im Kindergarten abgesetzt habe - vorausgesetzt er lässt sich von meinen eingeschleimten Fingern lösen - ich überlasse jetzt Deiner Fantasie, ob mit "er" der Jüngste oder der Eimer gemeint ist).

Und danach die Schnecken ausgesetzt.

Es geht aber auch anders.

Der einfachste Weg, Schnecken mit so wenig Aufwand wie möglich aus dem Garten fernzuhalten, ist Pflanzen zu wählen, die von Schnecken schlicht ignoriert werden (hätte ich das damals beim Anlegen meines Gartens mal gewusst...).

Obwohl es einige hartnäckige Mollusken nicht glauben wollen und vielleicht an den Pflanzen schnuppern oder mal ein Lochmuster ins junge Grün fressen, lässt es sich mit dieser Strategie ziemlich erfolgreich fahren.

Am besten ist es, Dir sorgenfreie Abschnitte im Garten zu schaffen, also einzelne Beete komplett mit schneckenresistenten Blumen zu bepflanzen. So hast Du besser im Blick, um welche Pflanzen Du Dich kümmern musst (Dahlie! Kornblume! Rittersporn!) und wirst nicht plötzlich von Kahlfraß überrascht.

Eine andere Möglichkeit wäre es, mit diesen Pflanzen Schneckenbarrieren zu errichten, in der Hoffnung, sie mögen Zinnie!, Petunie! und Lupine! hinter den Wachpflanzen nicht erschnüffeln.

Hier (m)eine Auswahl an (Cottage Garten-)Pflanzen, die in der Regel von Schnecken verschmäht werden (alle Angaben ohne Gewähr*). Betrachte diese Liste als ein "Open-Source"-Dokument (in der Software-Sprache bedeutet Open Source, dass der Quelltext öffentlich ist und geändert werden kann) und schreibe mir doch bitte Deine schneckensicheren Pflanzen, ich ergänze sehr gerne.

*Auch dazu noch ein Satz: Es herrscht eine lebendige, fast schon hitzige Diskussion zwischen meiner Nachbarin (drei Häuser weiter!) und mir, was Phlox, Herbstastern und Hortensien angeht. Was sich bei ihr als absolut schneckenresistent erwiesen hat, sind bei mir Star-Pflanzen auf dem Schnecken-Buffet.

1. ROSEN

Schnecken sind nicht lebensmüde, die Dornen halten sie von pieksenden Experimenten ab. Allerdings werden auch stachellose Rosen komplett gemieden. Also absolut sicher!

Busch Rose dunkelrosa

Foto: My Cottage Garden

2. PFINGSTROSEN

Ab und zu kann man eine Weinbergschnecke dabei beobachten, wie sie die abgefallenen, welken Blütenblätter am Wegrand verzehrt. Am liebsten würde ich ihr aus Dankbarkeit noch Salz und Pfeffer dazustellen.

Die "Frischpflanze" - absolut schneckenresistent.

Pfingstrose pink Strauch

Foto: My Cottage Garden

3. FRÜHLINGSBLÜHER

Schneeglöckchen, Buschwindröschen, Traubenhyazinthen und Vergissmeinnicht werden nicht verspeist, was auch daran liegen mag, dass Schnecken zu dieser Jahreszeit noch nicht aktiv sind. Ab und zu habe ich schon eine von einem Tulpenblatt gefischt.

Maiglöckchen blühend im Moos

Foto: My Cottage Garden

4. AKELEI

Foto: My Cottage Garden

5. GIFTIGE GEWÄCHSE wie Fingerhut, Maiglöckchen und Eisenhut

Fingerhut violett, rosa und weiß

Foto: Pixabay

6. GERANIEN (also PELARGONIEN)

Taugen leider auch sonst nicht besonders viel als Nahrungsangebot.

Blute weiß und hell-pfirsichfarbene Pelargonienblüte

Foto: My Cottage Garden

7. NELKE

Nelkenstrauch hellrosa und Purpur in Zinkwanne

Foto: My Cottage Garden

8. STORCHENSCHNABEL

Von der Schnecke gemieden, von der Biene geliebt.

Biene auf Blüte eines violetten Storchschnabel

Foto: My Cottage Garden

9. FRAUENMANTEL

Frauenmantel mit Wassertropfen

Foto: My Cottage Garden

10. LAVENDEL

violett blühender Lavendel

Foto: Pixabay

11. HORTENSIE

Hortensie hellrosa und weiß auf Veranda

Foto: My Cottage Garden

12. FETTHENNE

und andere Pflanzen mit dicken Blättern wie der Hauswurz und Wolfsmilch.

Pinke Blüten Fetthenne

Foto: Pixabay

13. SPORNBLUME

Rote Spornblume Blüten

Foto: Antonia Mergen

14. BARTBLUME

Bartblumen blau blühend

Foto: Pixabay

15. WOLLZIEST

Wollziest Stauden rosa blühend

Foto: Pixabay

16. BERGENIE