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WUNDERVOLLE DAHLIEN – Großartige Farbenpracht im Garten

Früher mochte ich Dahlien nicht, ich empfand sie als spießig und altmodisch.

Wahrscheinlich liegt es aber weniger an meiner Geschmacksveränderung als an der unglaublichen Sortenvielfalt, die die Züchtung in den letzten Jahren hervorgebracht hat, dass mich diese spätsommerlichen, farbenprächtigen Blumen inzwischen so verzaubern. Aber auch ältere Sorten wurden plötzlich wieder entdeckt, wie die legendäre "Café au lait", die eine 68rin ist.


Wieviele Sorten es heute gibt, ist nicht ganz klar. Die Zahlen variieren zwischen 20.000 und 57.000.

Foto: Janina Laszlo

Normalerweise stehe ich ja auf "pflegeleicht und einmal-gepflanzt-immer-erfreut"-Blumen. Dazu zählt sie nicht unbedingt, die wärmeliebende Dame. Die frostempfindlichen Knollen müssen jedes Frühjahr neu gesetzt und im Herbst wieder ausgebuddelt werden. Und trotzdem führt kein Weg an meiner spätsommerlichen Farbenpracht vorbei und nichts auf der Welt kann mich davon abhalten, sie jedes Jahr neu zu pflanzen. Und weil ich so sehr liebe, habe ich ihnen sogar ein BUCH gewidmet.



Dahlien pflanzen

Je nach Sorte blühen Dahlien von Juni bis zum ersten Frost. Ihr könnt die Knollen ab März in Töpfe im Haus pflanzen und vorziehen. Allerdings brauchen sie dann, wenn sie aus der Erde schauen viel Licht. Tagsüber sollten sie dann, wenn es das Wetter erlaubt, unbedingt ans Tageslicht (oder Ihr nutzt Pflanzlampen). Daher mein großer Rat: Lasst Euch Zeit und fangt nicht zu früh an.


Oder setzt sie Ende April/Anfang Mai (die Eisheiligen können ihnen nicht wirklich etwas anhaben, da der Boden nicht mehr durchfriert) direkt in die Erde, wobei das Vorziehen im Topf einige wesentliche Vorteile bietet:

1. Sie blühen früher und daher länger.

2. Die bereits größeren Pflanzen haben bessere Chancen gegen die gefräßigen Schnecken, die keine junge Dahlie links liegen lassen werden.

3. Die Dahlien können im Topf bei einer plötzlichen frostigen Nacht schnell in einer Garage oder im Haus die Nacht verbringen.



Ton in Ton mit "Blushing Beauties" - Du bekommst sie HIER.


Im Topf oder direkt in die Erde

Entweder Ihr lasst sie dann im Topf (vorausgesetzt er ist groß genug) oder Ihr pflanzt die Jungpflanze in Euer Beet. Manchmal stelle ich auch die Dahlie im Topf direkt ins Beet, was dann das Ausbuddeln im Herbst deutlich erleichtert. Wenn Ihr den Topf mit Schnexagon bestreicht, könnt Ihr sie gut vor Schnecken schützen.


Im Topf braucht die Pflanze allerdings eine Nährstoffzugabe. Am besten guten Kompost oder organischen Dünger verwenden.

Pflanzt Ihr die Knolle direkt in die Erde, beachtet, dass der abgeschnittene Stiel des vorigen Jahres nach oben schaut und bedeckt alles mit ca. 3 cm Erde. Ihr könnt Kompost oder Hornspäne direkt in das Pflanzloch mit einarbeiten.




Und GANZ wichtig: Bitte seid sehr sparsam mit Wässern bevor die Knollen Wurzeln gebildet haben und die ersten grünen Triebe aus der Erde schauen. Ihr könnt sie angießen, dann aber bitte nicht mehr bis die Pflanze sich blicken lässt.




Foto: Michaela Eriksson

Ich habe sie nochmal bekommen! Die wunderschöne Penhill Watermelon ist wieder erhältlich.


Dahlien pflegen

Ein sonniges Plätzchen ist wichtig, die Dahlie ist definitiv keine Pflanze, die sich im Schatten wohlfühlt. Sie toleriert Halbschatten, wird dann aber nicht ganz so üppig blühen. Da viele Sorten ziemlich hoch und groß werden können, solltet Ihr sie im Sommer stützen oder festbinden. Am besten schon gleich bei der Pflanzung einen Stab in die Erde stecken, dann riskiert Ihr nicht die Knolle später versehentlich aufzuspießen. Regelmässiges Entfernen der verblühten Blüten lässt die Dahlie mehr und länger blühen.

Dahlien haben keine besonderen Bodenansprüche, jeder normale Gartenboden eignet sich. Nur durchlässig sollte er sein, sonst faulen die Knollen.

Da sie leider nicht winterhart sind, müsst Ihr sie nach dem ersten Frost ausgraben (es reicht NACH dem ersten Frost, wenn Ihr sie früher ausgrabt, verzichtet Ihr vielleicht unnötig auf Eure letzten Blüten...) und an einem kühlen, aber frostfreien Ort lagern. Dazu wird der oberirdische Trieb auf ca. 5cm über dem Boden abgeschnitten und die Knolle anschließend behutsam aus der Erde genommen. Ich lege meine in Holzkisten, die mit Zeitung ausgelegt sind, idealerweise bedeckt Ihr sie mit Sand. Damit verhindert man, dass sie schimmeln oder eintrocknen.

Dann kommen sie bis März oder April in den Keller.


Pinzieren

Ich empfehle, Dahlien zu pinzieren. Dafür wird man, wenn auch erst ein bisschen später, mit deutlich mehr Blüten belohnt. Sobald die Triebe eine Größe von 20 – 30 cm erreicht haben, den Haupttrieb mit ein-er scharfen Schere oder einem guten Messer direkt über einem Blattpaar abschneiden.


Das kostet ein wenig Überwindung, bewirkt aber, dass die Dahlie unter-halb des Schnittes weitere Triebe bildet und sich verzweigt. Zudem wird die Dahlie kräftiger im Wuchs und auch die Blütenstängel entwickeln sich stabiler.


Foto: Syl Gervais


Dahlien teilen


Ihr solltet Eure Knollen immer wieder teilen, damit sie nicht zu groß werden, da sie ansonsten irgendwann ausgelaugt sind. Ausserdem bekommt Ihr dann gleich mehr Pflanzen. Der ideale Zeitpunkt ist ab März, wenn die Knollen beginnen auszutreiben und im Winterlager sogenannte Augen gebildet haben, aus denen die jungen Triebe wachsen.


Falls Ihr Euch schwer tut, Augen zu erkennen, holt die Dahlien ins Warme und lasst sie ein paar Tage vortreiben.

Anschließend die Knollen einfach auseinanderziehen oder mit einem scharfen Messer von der Mutterknolle trennen. Ganz wichtig: Achtet darauf, dass auf jedem Stück mindestens ein Auge zu sehen ist, denn daraus entsteht Deine neue, prachtvolle Dahlie. Die Schnittstelle eventuell mit Holzkohle behandeln. Die Dahlie sollte dann relativ bald eingepflanzt werden.



Dahlien und Insekten

Foto: Seila Malo

Dahlien haben oft unberechtigterweise das Image nicht insektenfreundlich zu sein. Natürlich sind offene Exemplare auf den ersten Blick besser für unsere surrenden Freunde, allerdings gehen viele gefüllte Exemplare in ihrer Blütezeit auch auf und bieten eine gute Futterquelle. Hier Bishop of Leicester und Edge of Joy.


Und schaut mal hier, Rocco:

Erst dicht und zu. Und dann öffnet sich das süße Nektarbuffet.


Schnecken und Dahlien

Leider stehen Dahlien ganz oben auf der Menüliste unserer schleimigen Gartenmitbewohner. Daher sollten sie unbedingt vor ihnen geschützt werden. Ich lege manchmal um den Stiel meiner frischgepflanzten Dahlien unbehandelte Schafwolle. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass die Wolle ein ausgezeichneter Dünger ist. Aber auch traditionelle Schneckenkragen halten die gefrässigen Biester zumindest so lange ab, bis die Pflanze groß und stark genug ist. Und tatsächlich habe ich beobachtet, wenn die Pflanze größer ist, verlieren die Schnecken auch das Interesse an ihnen.


Gibt es Wühlmäuse bei Euch im Garten, schützt die Knollen mit Drahtkörben.



Dahlien und ihre Begleiter

Zusammen mit Astern und Herbstanemonen, Hagebutten und Brombeeren verzücken sie mich immer wieder mit ihrem wundervollen Farbspiel im herbstlichen Cottage Garten.


Ich kombiniere meine Dahlien auch gerne mit Argentinischem Eisenkraut oder Kosmeen (alle Infos zu Kosmeen und ihre Anzucht HIER). Und meine neue Lieblingskombination sind Dahlien mit Ziermöhren und/oder Knorpelmöhren.


Foto: Janina Laszlo


Wunderschön zu zartrosa Dahlien sind Weiß- und Grüntöne, wie Salbei, Strauchefeu, weiße Skabiosen und helle Kosmeen (wie Double Dutch White oder Tetra Versailles Flush) sowie silbriger Beifuß.

Foto: Janina Laszlo



Dahlien im Blumenstrauß

Dahlien sind wundervolle Schnittblumen. Ich habe letztes Jahr sogar ein eigenes Hochbeet mit Dahlien nur zum Schneiden für Blumensträuße angelegt. Wichtig ist, die Dahlie am besten morgens und mit einem scharfen Messer abzuschneiden und sie dann sofort (!) ins Wasser zu stellen.


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