WUNDERVOLLE DAHLIEN - Großartige Farbenpracht im Garten

Früher mochte ich Dahlien nicht, empfand sie als spießig und altmodisch.

Wahrscheinlich liegt es aber weniger an meiner Geschmacksveränderung als an der unglaublichen Sortenvielfalt, die die Züchtung in den letzten Jahren hervorgebracht hat, dass mich diese spätsommerlichen, farbenprächtigen Blumen inzwischen so verzaubern.

Über 30.000 verschiedene Sorten gibt es inzwischen.

Und normalerweise stehe ich auf pflegeleicht und "einmal-gepflanzt-immer-erfreut"-Blumen. Dazu zählt sie nicht unbedingt, die wärmeliebende Dame. Die frostempfindlichen Knollen müssen jedes Frühjahr neu gesetzt und im Herbst wieder ausgebuddelt werden. Und trotzdem führt kein Weg an meiner spätsommerlichen Farbenpracht vorbei und nichts auf der Welt kann mich davon abhalten, sie jedes Jahr neu zu pflanzen.


Zusammen mit Astern und Herbstanemonen, Hagebutten und Brombeeren verzücken sie mich immer wieder mit ihrem wundervollen Farbspiel im herbstlichen Cottage Garten.


Dahlien pflanzen

Je nach Sorte blühen Dahlien von Juni bis zum ersten Frost. Ihr könnt die Knollen ab März in Töpfe im Haus pflanzen und vorziehen. Allerdings sollten sie, wenn sie aus der Erde schauen, tagsüber unbedingt raus ans Tageslicht (oder Ihr nutzt Pflanzlampen).


Oder sie Ende April/Anfang Mai (die Eisheiligen können ihnen nicht wirklich etwas anhaben, da der Boden nicht mehr durchfriert) direkt in die Erde setzen, wobei das Vorziehen im Topf einige wesentliche Vorteile bietet:

1. Sie blühen deutlich früher und daher länger.

2. Die bereits größeren Pflanzen haben bessere Chancen gegen die gefräßigen Schnecken, die keine Dahlie links liegen lassen werden.

3. Die Dahlien können im Topf bei Frost in einer Garage oder im Haus die Nacht verbringen.



Im Topf oder direkt in die Erde

Entweder Ihr lasst sie dann im Topf (vorausgesetzt er ist groß genug) oder Ihr pflanzt die Jungpflanze in Euer Beet. Manchmal stelle ich auch die Dahlie im Topf direkt ins Beet, was dann das Ausbuddeln im Herbst deutlich erleichtert. Im Topf braucht die Pflanze allerdings eine Nährstoffzugabe. Überhaupt freuen sich die starkzehrenden Dahlien über Futter. Am besten organischen Dünger verwenden.

Pflanzt Ihr die Knolle direkt in die Erde, beachtet, dass der abgeschnittene Stiel des vorigen Jahres nach oben schaut und bedeckt alles mit ca. 2 - 3 cm Erde. Ihr könnt Kompost oder Hornspäne direkt in das Pflanzloch mit einarbeiten.


Schnecken und Dahlien

Leider stehen Dahlien ganz oben auf der Menüliste unserer schleimigen Gartenmitbewohner. Daher sollten sie unbedingt vor ihnen geschützt werden. Ich habe dieses Jahr um den Stiel meiner frischgepflanzten Dahlien unbehandelte Schafwolle gelegt. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass die Wolle ein ausgezeichneter Dünger ist. Aber auch traditionelle Schneckenkragen halten die gefrässigen Biester zumindest so lange ab, bis die Pflanze groß und stark genug ist. Gibt es Wühlmäuse bei Euch im Garten, schützt die Knollen mit Drahtkörben.



Dahlien pflegen

Ein sonniges Plätzchen ist wichtig, die Dahlie ist definitiv keine Pflanze, die sich im Schatten wohlfühlt. Sie toleriert Halbschatten, wird dann aber nicht ganz so üppig blühen. Da viele Sorten ziemlich hoch und groß werden können, solltet Ihr sie im Sommer stützen oder festbinden. Regelmässiges Entfernen der verblühten Blüten lässt die Dahlie umso mehr und länger blühen.

Dahlien haben keine besonderen Bodenansprüche, jeder normale Gartenboden eignet sich. Nur durchlässig sollte er sein, sonst faulen die Knollen.

Da sie leider nicht winterhart sind, müsst Ihr sie nach dem ersten Frost ausgraben (es reicht NACH dem ersten Frost, denn wir Ihr sie früher ausgrabt, verzichtet Ihr vielleicht unnötig auf Eure letzten Blüten...) und an einem kühlen, aber frostfreien Ort lagern. Dazu wird der oberirdische Trieb auf ca. 5cm über dem Boden abgeschnitten und die Knolle anschließend behutsam aus der Erde genommen. Ich lege meine in Holzkisten, die mit Zeitung ausgelegt sind und plündere alljährlich den Sandkasten meines Jüngsten, um sie mit Sand zu bedecken. Damit verhindert man, dass sie schimmeln oder eintrocknen.

Dann kommen sie bis März oder April in den Keller.

Dahlien und ihre Begleiter

Ich kombiniere meine Dahlien am liebsten mit Astern und Herbstanemonen (falls Ihr wissen wollt, warum Herbstanemonen in keinem Garten fehlen dürfen KLICKT HIER). Auch Argentinisches Eisenkraut passt wunderschön zu ihnen. Ganz besonders bezaubernd sehen auch Brombeeren und Hagebutten aus.

In meinem Hochbeet habe ich zwischen den Dahlien Kosmeen (alle Infos zu Kosmeen und ihre Anzucht HIER) und Zinnien gepflanzt. Auch sehr hübsch!


Und meine neue Lieblingskombination sind Dahlien mit Ziermöhren und/oder Knorpelmöhren.



Dahlien im Blumenstrauß

Dahlien eignen sich hervorragend als Schnittpflanzen. Ich habe dieses Jahr sogar ein eigenes Hochbeet mit Dahlien zum Schneiden angelegt. Wichtig ist, die Dahlie am besten morgens und mit einem scharfen Messer abzuschneiden und sie dann sofort (!) ins Wasser zu stellen.



Dahlien vermehren

Dahlien lassen sich wirklich einfach über ihre Knollen vermehren. Dafür werden im Frühjahr ältere und große Knollen geteilt (auch mehrfach, wenn sie wirklich groß sind) und einzeln eingepflanzt. Bitte achtet darauf, die Schnittwunden so klein wie möglich zu halten und diese eventuell mit Holzkohlepulver (in jedem Grillkohlesack vom letzten Sommer zu finden!) zu bestäuben. Das desinfiziert sie. Angeblich ist auch eine Vermehrung über Stecklinge möglich, allerdings habe ich das noch nicht ausprobiert. Und auch aus Samen lassen sich neue Dahlien ziehen.

Ob pink, orange, lila oder weiß, zweifarbig, als Pompon oder Kaktus, die Auswahl fällt nicht immer leicht. Nur mit Duft gibt es sie bis heute nicht.


Diese Dahlien habe ich für Dich ausgesucht:



Fotos: Janina Laszlo, FAM Flowerfarm und My Cottage Garden.

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