DIE WAHL DER RICHTIGEN ROSE oder welche Rose passt in meinen Garten?

21.02.2020

 

Cottage Garten = Rosen. Viele Rosen.

 

Und für alle, die jetzt sagen: Die haben Stacheln, die haben Krankheiten oder ich mag keine Rosen (wer bitte mag denn keine Rosen??? Schreibt mir, biiiitte - ich freue mich über einen hitzigen Austausch) - es gibt stachellose, sehr gesunde und sooo viele verschiedene.

 

 

 

Und das macht die Auswahl auch schwer.

 

Bei über 30.000 Rosensorten ist das nämlich gar nicht so einfach.

 

Deswegen bekommst Du von mir einen Leitfaden, wie Du am besten die für Dich passenden Rosen auswählst, um Deinen Garten in einen blühenden und duftenden Traum zu verwandeln. 

 

Zunächst müssen ein paar grundlegende Fragen geklärt werden.

Was für eine Rose soll es denn überhaupt werden?

Eine Strauchrose? Eine Kletterrose? Eine für den Topf?

Welche Farbe soll sie haben? Welche Größe?

Duft wäre schön. Eine gefüllte oder lieber eine insektenfreundliche ungefüllte? Krankheitsresistent natürlich. Und Blüten? Am liebsten das ganze Jahr!

 

 

 

Damit Du Dich in diesem Dschungel nicht verlierst, habe ich Dir einen Leitfaden zusammengestellt, um die für Deinen Garten richtige Rose zu finden. Und den solltest Du am besten auch in dieser Reihenfolge durchgehen:

 

1. Standort

2. Bodenbeschaffenheit

3. Gewünschte Größe

4. Farbe

5. Blühdauer

 

Es gibt aber noch weitere Kriterien, die dann an nächster Stelle in der Entscheidung stehen sollten, wie die Frosthärte, der Duft, die  Topfeignung und ob sie Hagebutten bildet.

 

 

 

Doch zunächst zu den entscheidenden Faktoren:

 

1. Der Standort

 

In welcher Himmelsrichtung wird die Rose stehen? Wieviel Stunden Sonne bekommt sie dort pro Tag? Rosen sind im Prinzip Sonnenanbeter, d.h. sie brauchen viel Licht. Eine Rose benötigt pro Tag rund 5 - 6 Stunden Sonne, es gibt aber auch Rosen, die im Halbschatten gut zurechtkommen. 

 

Obwohl sie es gerne warm haben, brauchen sie auch Luftzirkulation. Stehende Hitze wie beispielsweise an südseitigen Mauern mögen sie nämlich nicht so gern. Am besten geeignet sind Südost- oder Südwestlagen.

 

 

 

 

2. Wie ist der Boden beschaffen?

 

Rosen bevorzugen durchlässige, tiefgründige Böden. Lehmböden gefallen ihnen, Staunässe in schweren Böden oder schlechte Nährstoffspeicher in sandigen Böden sind nicht geeignet (außer die "Strandrose" Rosa rugosa z.B., die kommt auch da gut zurecht). Aber jeder Boden lässt sich auch nachbessern und punktuell austauschen. 

 

Wichtig ist, dass eine Rose nicht dort gepflanzt wird, wo schon einmal eine Rose stand. Falls sie doch auf den gleichen Standort soll, muss der Boden gründlich ausgetauscht werden – ca. 50 cm tief.

 

 

3. Die Größe der Rose

 

Über Strauchrosen, Beetrosen, Bodendeckerrosen, Kletterrosen bis hin zu Ramblerrosen und Stammrosen gibt es viele verschiedene Rosengruppen mit jeweils charakteristischen Wuchstypen. Da es nicht ganz unerheblich ist, wie groß das gute Stück einmal wird – will auch das gut überlegt sein. 

 

 

 

Wieviel Platz steht am gewünschten Standort zur Verfügung? Soll die Rose eine kahle Wand verzieren, einen Sichtschutz bilden, sollen größere Flächen bepflanzt werden oder soll sie im Garten Akzente setzen? Am Beetrand (kleiner) oder eher im Hintergrund stehen (größer). Alleine, in der Gruppe oder im Topf?

 

Sind diese Fragen geklärt, bist Du der passenden Rose schon wieder einen Schritt näher. 

 

Ein grober Überblick:

  • Strauchrosen können bis zu drei Meter hoch werden. Sie sind als Hintergrundbepflanzung oder Eyecatcher im Beet geeignet, als Solitaire wie auch  nebeneinander, ergeben aber auch wunderschöne Hecken.

  • Beetrosen, kleiner und zurückhaltender, machen sie sich hervorragend im Staudenbeet, z.B. zusammen mit Salvia, Katzenminze, Phlox oder Rittersporn.

  • Bodendeckerrosen, die noch kleinere Variante, sind, wie der Name schon sagt, eine ideale Bepflanzung für größere Flächen oder auch Hänge.

  • Stammrosen, also Rosenbäumchen, geben einen edlen Touch und betonen bestimmte Punkte im Garten. Gut geeignet sind sie beispielsweise auch für Sichtachsen. Und im (tiefen) Topf hübschen sie  Balkon oder Terrasse auf.

  • Kaskadenrosen, mein Geheimtipp, um mit einfachen Mitteln dem Garten eine verwunschene Note zu verleihen. Es reicht eine, um an besonderen Stellen Akzente zu setzen. 

  • Kletterrosen und Ramblerrosen sind meine absoluten Lieblinge, unverzichtbar in einem Cottage Garten. Ramblerrosen können je nach Sorte zwischen drei und bis zu zwölf Meter hoch wachsen, Bäume mit einer zweiten Blüte verzaubern, alte Schuppen verdecken, kahle Ecken verzieren, Terrassen beranken und Lieblingsplätze beschatten.

 

 

4. Die Farben

 

Rosen gibt es in allen erdenklichen Farben: von Weiß, Creme, Apricot, Gelb, Zartrosa, kräftigem Rosa über Pink, Rot, Dunkelrot, Purpur-Violett bis hin zu fast schwarzschimmernd und mehrfarbig. Nur blaue Rosen gibt es nicht. Die Entscheidung für eine bestimmte Farbe ist letztendlich Geschmacksache.

 

Als kleine Orientierung gilt vielleicht auch hier wieder der Standort: Ist die Rose für das Beet zusammen mit anderen Stauden vorgesehen, wäre es schön, wenn sie farblich zusammenpassen. Steht die Rose einzeln, z.B. als Kaskade, kann ein bunter Farbklecks ein schöner Hingucker sein. Kommt sie vor viel Grün oder soll einen dunklen Fleck aufhellen, eignet sich weiß.

 

Die Farbe ergibt sich oft auch daraus, welche Rosensorte die anderen gewünschten Kriterien erfüllt. 

 

 

 

5. Blühdauer

 

Wer wünscht sich nicht einen Rosengarten, der den ganzen Sommer lang blüht? Wissen sollte man, dass die Haupt-Rosenblüte meist im Juni stattfindet.

 

Zu unser aller Freude gibt es aber inzwischen viele, viele Rosen, die öfter blühen, manche sind sogar zuverlässige Dauerblüher

 

  • Einmalblühende Rosen, dazu gehören vor allem die historischen Rosen, beginnen meist Mitte bis Ende Juni mit ihrer Blüte, die bis zu fünf, sechs Wochen lang dauern kann. 

  • Öfterblühende oder remontierende Rosen, meist moderne Züchtungen, öffnen ihre Blüten in der Regel im Juni und begeistern uns dann über den Sommer hinweg mit weiteren Blüten. Manche sogar bis weit in den Herbst hinein.

  • Einige Wildrosen blühen bereits Anfang Mai und bilden im Herbst Hagebutten.

 

 

 

Wenn Du Rosen mit verschieden langer Blühdauer und zeitversetztem Blühbeginn miteinander kombinierst, kommst Du dem sommerlangblühenden

Rosengarten schon sehr nahe.

 

Lass mich noch ein paar Kleinigkeiten anmerken. 

 

Insektenglück

Ungefüllte oder leicht gefüllte Rosen sind Bienen- und Insektenbuffets. Die offenen Blüten laden die fleißigen Nützlinge dazu ein, ihren Nektar zu sammeln und vielen von ihnen bieten mit ihren im Herbst gebildeten Hagebutten Vögeln Futter.

 

 

 

 

Rosen für den Topf

Solltest Du keinen Garten haben, Deinen Balkon oder Deine Terrasse dennoch mit Rosen verschönern wollen – es gibt eine Menge Rosenarten, die sich für den Kübel eignen. Beetrosen, Bodendeckerrosen, Kleinstrauchrosen oder Edelrosen.

 

Bewährte Sorten sind Heidetraum, Chippendale, Rose de Resht, Jacques Cartier, Lady of Shallot, Darcey Bussell, Marie Curie, Hansestadt Rostock...

Und selbst kompakte Kletterrosen wie Jasmina oder Florentina gehen gut.

 

Der Topf sollte mindestens 40 cm tief sein und 35 cm Durchmesser haben. Bitte vermeide Staunässe. Du kannst der Rose auch noch schwachwachsende Partner zu Füßen legen wie z.B. Hängepolster-Glockenblumen oder Ziersalbei.

 

Krankheiten

Wenn Du schon ein paar Rosen in der engeren Wahl hast, achte auch auf ihre Anfälligkeit für Krankheiten. Sie steht manchmal in Zusammenhang mit dem vorgesehenen Standort – zu wenig Luftzirkulation, zu weing Sonne, ausgelaugter Boden, Staunässe? 

 

Um sicherzugehen, kannst Du auf das ADR-Siegel achten. Diese Arten sind meistens sehr robust.

 

Winterhärte

In unseren Breitengraden empfiehlt es sich auch, die Winterhärte zu berücksichtigen.

Es gibt winterharte und winterhärtere :-)

 

Duft

Und letztens – Du willst durch Deinen Garten wandeln und Deine Nase in die einzelnen Blüten stecken?

 

Dann solltest Du vielleicht zu den historischen Rosen greifen, sie duften köstlich, sind noch dazu widerstandsfähig und außerdem frosthart.

Der einzige Nachteil: Die meisten Sorten blühen nur einmal.

 

Du kannst Rosen wunderbar bei großen Rosenzüchtern im Internet bestellen.

Auf deren Seiten findest Du meist auch entsprechende Auswahlkriterien, die Dir bei der Suche helfen.

 

Dann wünsche ich Dir viel Erfolg bei der Auswahl Deiner neuen Rosen und einen rosendurchtränkten Sommer!

 

 

Und hier noch eine Auswahl meiner persönlichen Lieblingsrosen (klick drauf, dann siehst Du ihre Namen):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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