11 TIPPS FÜR EINEN PFLEGELEICHTEN GARTEN - für mehr Genuss und weniger Arbeit

Mähen, hacken, jäten, gießen und düngen, ein Garten kann einen schon gut beschäftigen.

Wenn er, der ja eigentlich Ort der Entspannung, des Ausruhens und des Staunens sein sollte, immer mehr Platz auf der To-Do-Liste des Alltags einnimmt oder schlichtweg die Arbeit körperlich zu herausfordernd wird, ist es vielleicht an der Zeit mal über seine eigenen vier Zäune nachzudenken.

Foto: Syl Gervais

Gartenarbeit (können wir uns auf „Gärtnern" einigen?) gehört für mich zu den schönsten Dingen, die es gibt. Denn Gärtnern ist herrlich, entspannend und erfüllend, aber nur, weil ich mein kleines Paradies auch genauso oft genießen kann. Vom Liegestuhl aus.

Auch wenn ich immer wieder in zweifelnde und ungläubige Gesichter blicke, die Arbeit in meinem Garten hält sich tatsächlich in Grenzen.

Damit Ihr Euch für Euer privates Stück Grün nicht nur abrackert, sondern auch die besonderen Momente des Tages – den Kaffee in der Morgensonne, die Mittagspause unterm Obstbaum, den Sundowner in der Hängematte – genießen könnt, habe ich ein paar Tipps für die Gestaltung eines pflegeleichten Gartens zusammengestellt.

1. Schluss mit Rasenmähen

Ich bleibe dabei: Ein gepflegter Rasen macht mehr Arbeit als ein blühendes Staudenbeet. Warum? Den muss man doch nur ein paar Mal im Jahr mähen? Das ist leider ein Irrglaube. Damit ein Rasen – und ich meine einen richtigen Rasen, keine vermooste Wiese mit vereinzelten Grasbüscheln – kräftig, dicht und gleichmäßig wird, braucht er viel Pflege. Das bedeutet: wöchentliches Mähen, regelmäßiges Vertikutieren und immer wieder düngen, entmoosen und immer wieder ausbessern.

Deutlich entspannter geht es da mit einer Wildblumenwiese zu. Einmal ausgesät, könnt Ihr Euch bis Mitte Juli entspannt zurücklehnen – früher darf gar nicht gemäht werden. Denn erst, wenn die Blüten Samen gebildet haben, können sie sich durch eine Mahd von selbst verbreiten.

2. Nichts geht über Stauden

Die meisten Stauden bleiben lange treu. Nach der Blüte ziehen sie sich im Herbst nach und nach zurück und treiben jedes Frühjahr wieder neu aus.

Der Arbeitsaufwand bleibt also überschaubar: Im späten Herbst (oder noch besser im zeitigen Frühjahr) die verwelkten Triebe abschneiden. Mehrjährige Stauden werden im Laufe der Zeit immer größer, das Beet von alleine dichter. Beim Pflanzen also unbedingt auf den nötigen Abstand achten (steht in der Regel auf dem Etikett). Wem die Lücken im Beet anfangs zu groß sind, kann Einjährige dazwischen setzen.

3. Die richtigen Sorten wählen

Entscheidet Euch für pflegeleichte und widerstandsfähige Pflanzen. Vermeidet solche, die beispielsweise viel Wasser und einen nahrhaften Boden brauchen. Bleiben die Sommer so heiß wie in den letzten Jahren, achtet auf trockenheitsresistente Sorten. Und auf Blumen, die keinen hohen Nährstoffbedarf haben, dann entfällt auch das Düngen. Auch Pflanzen, die im Herbst einen Winterschutz brauchen - besser nicht.

HIER findet Ihr eine Liste mit meinen Lieblingsblumen, die keine Arbeit machen und trotzdem bezaubernd sind.

4. Heimische Pflanzen

Die kennen sich mit der Witterung und der Bodenbeschaffenheit in unseren Breitengraden gut aus und sind dadurch wesentlich robuster und pflegeleichter als Blumen und Sträucher aus südlicheren Gefilden. Damit letztere bei uns gut gedeihen, ist ein wesentlich höherer Aufwand nötig.

Eine kleine, feine Auswahl an heimischen Wildpflanzen findet Ihr HIER.

5. Standort, Standort, Standort

Versucht gar nicht erst, Hortensien auf der Südseite in der prallen Sonne oder Rittersporn an schattigen Plätzchen zu ziehen. Das haut nicht hin. Jedem Tierchen sein Pläsierchen: Am richtigen Standort, je nach Pflanze sonnig, schattig oder halbschattig, mit oder ohne Luftzug, im lehmigen oder eher sandigen Boden. Unter den optimalen Rahmenbedingungen gedeihen die Pflanzen am besten. Ihr spart Euch Arbeit (z.B. durch ständiges Wässern) und vor allem Frust. Schaut doch mal über den Gartenzaun, was wächst da gut? Wenn sich eine Pflanze beim Nachbarn pudelwohl fühlt, spricht vieles dafür, dass sie sich auch bei Euch gerne niederlässt.

6. Rosen in Hülle und Fülle

Vor allem Wild- und Ramblerrosen, die nicht mal geschnitten werden müssen. Rosen sind Tiefwurzler. Haben sie sich erstmal etabliert, können sie sich mit Wasser selbst versorgen. Regelmäßiges Bewässern ist also nicht nötig, sogar eher kontraproduktiv. Damit wird die Rose faul und Ihr erzieht sie, oben ihre Wurzeln zu bilden. Da wo eben das Wasser regelmäßig kommt. Selbstverständlich gilt das nicht für die ersten Wochen nach der Pflanzung. Ich gieße meine Rosen nur, wenn es eine wirklich (wirklich!) lange Trocken- und Hitzeperiode gibt. Sucht Euch robuste Rosen - ein Anhaltspunkt wäre die ADR-Auszeichnung oder aber auch historische Rosen, die sind meist gesünder.

Rosen freuen sich durchaus über eine Düngegabe im Frühjahr, aber auch hiervon würde ich in den ersten zwei Jahren Abstand nehmen. Ein Rückschnitt regt die Blütenbildung an - für mich läutet diese Tätigkeit das Frühjahr ein. Aber wie schon erwähnt, entscheidet man sich einfach für Wild- oder Ramblerrosen, dann kann man sich das auch sparen. Wenn Euch danach ist, schneidet bei öfterblühenden Sorten Verwelktes ab, dann blühen sie üppiger beim zweiten Mal. Aber auch hier - wenn es Zeit und Lust nicht hergibt, dann mache ich es eben nicht. Die Rose nimmt es mir sicher nicht übel, im Gegenteil.

7. Unkraut – das ewige Leid des Gärtners

Auch hier kann man sich das Leben leichter machen: mit Bodendeckern. Kleine Stauden wie Waldmeister, der Storchschnabel Ingwersen, Teppichknöterich, Immergrün, Dickmännchen (So. Süß. Der. Name.), Wollziest oder Efeu bilden schnell eine geschlossene Pflanzendecke und lassen dem Unkraut keine Chance. Oder aber auch bodendeckende Rosen wie Sternenflor oder Mirato sind absolut geeignet.

Ich habe überall in den Beeten Walderdbeeren. Köstlich. Und ich pflanze relativ eng. Habt Ihr Grasschnitt? Verteilt diesen auf Eure Beete. Das hält die Feuchtigkeit und unterdrückt das Wachstum von Unkraut. Und gibt wichtige Nährstoffe frei.

8. Buchs - ganz schlechte Zeiten

Ich habe viel Buchs im Garten. Er ist perfekt. Er sieht schön aus, er gibt dem geordneten Chaos Struktur, ist auch im Winter grün und fasst meine Beete ein. Ich mag ihn sehr - auch wenn er durchaus je nach Windrichtung nach Katzenpipi stinkt. Gerade jetzt habe ich ihn wieder geschnitten (macht Arbeit, aber eine die mir gut gefällt). Nur dank Einzug des Buchsbaumzünslers, bin ich ständig am Absammeln, Algenkalken und bacillus thuringiensis versprühen. Und das mehrmals in der Saison. Macht gerade viel Arbeit und überhaupt gar kein Spaß.

Vielleicht wären diese Buchs-Alternativen eine Option?

9. Laub – nur eine Plage?

Nein, es kann auch nützlich sein. Von Rasenflächen sollte es im Herbst entfernt werden, damit der liebevoll gehegte (arbeitmachende) Rasen atmen kann und Licht bekommt. Auf den Beeten könnt Ihr es getrost liegen lassen, Laub ist ein guter Schutz vor Kälte und gleichzeitig ein natürlicher Dünger. Selbst im Frühling lasse ich das Laub zum Teil auf den Beeten, ich achte nur drauf, dass die kleinen ersten Blättchen der Stauden frei sind. Meist schütte ich ein bisschen frische Erde auf die Beete, dann sieht es, bis das Grün der Pflanzen alles überdeckt, auch optisch schön aus.

10. Vermeidet Töpfe

Pflanzen in Töpfen machen Arbeit. Diese armen Geschöpfe haben schlicht keine Chance sich selbst zu versorgen. Sie sind komplett von uns abhängig, müssen gewässert (an heißen Tagen sogar zweimal) und gefüttert werden. Natürlich habe ich auch Töpfe - und liebe sie. Aber sie beschäftigen mich auch ganz gut…

11. Der Cottage Garten

Ein Cottage Garten nimmt es nicht so genau mit Beetbegrenzungen, geraden Linien und überhaupt mit akribischer Ordnung. Kleine Ausreißer wie ein spanisches Gänseblümchen, das sich selbst verbreitet und gerne mal am Rand des Weges auftaucht oder das Hornveilchen zwischen den Pflasterfugen sind sehr willkommen. Macht Euch das Motto der geordneten Unordnung zunutze und setzt auf üppiges und vielfältiges Wachstum. Wenn mal eine Pflanze dazwischen ist, die dort ursprünglich nicht geplant war oder ihre Abkömmlinge plötzlich woanders auftauchen – erfreut Euch dran. Und an dem neuen Bild, das jedes Jahr in Eurem Garten entsteht.

Und irgendwann habe ich etwas verstanden. Und verinnerlicht.

„Ein Garten ist niemals fertig.“

Genau dieser Satz wirkt irgendwie befreiend. Für mich zumindest.

Also, meine Lieben. Streckt alle Viere von Euch, lasst Euch entspannt die Sonne auf den Bauch scheinen, wühlt glücklich mit bloßen Händen in der Erde und erfreut Euch einfach an Eurem Garten.

Dem geht’s nämlich in jedem Fall gut.

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