CHELSEA CHOP - geht den Pflanzen an den Kragen

21.05.2020

Meine Damen, meine Herren. Es ist Zeit. Zeit für den Chelsea Chop.

 

Der Chelsea Chop – ein Wundermittel englischer Gärtner, Geheimtipp für eine lange Blütezeit und der Weg zu kompakten, buschigen Pflanzen.

 

Greift also zur Gartenschere und hört gut zu (oder schaut Euch das Video dazu HIER an)

 

Der Chelsea Chop (to chop = abschneiden, schnippeln, kürzen) ist ein Rückschnitt bestimmter Stauden, der Ende Mai, Anfang Juni erfolgen sollte, also genau zu der Zeit, wenn die legendäre Chelsea Flower Show stattfindet. 

 

Stauden wie beispielsweise Phlox oder die Fetthenne werden dadurch buschiger und die Blütezeit deutlich verlängert. Je nach Pflanze um ganze vier bis sechs Wochen sogar.

 

Gerade Pflanzen wie Katzenminze oder Fetthenne, die zum Ende des Sommers auseinanderfallen, bleiben dadurch aufrecht und klaffen nicht in alle Richtungen.

 

Phlox mit verlängerter Blütezeit 

 

Chelsea Chop - how does it work?

 

Bleiben wir beim Beispiel Phlox.

Es empfiehlt sich, nicht den ganzen Phlox zu schneiden (was auch durchaus möglich wäre, er wird dadurch viel kompakter, aber der  – für mich – alles entscheidende Vorteil der langen Blütezeit entfällt dann), sondern ein Teil (ca. 25 - 50 Prozent) der Triebe um ca. ein Drittel einzukürzen. Die Blütezeit der einzelnen Blüte ist natürlich nicht länger, da aber die geschnittenen Triebe erst später blühen als die unangetasteten, verlängert sich dadurch die Blühdauer der Pflanze.

 

Wird die ganze Pflanze eingekürzt, hat das den Vorteil, dass die Gesamtblütezeit später einsetzt, was vielleicht in der Beet-Komposition (also mit Blühpartnern, die erst später im Jahr blühen) durchaus gewünscht ist.

 

Chelsea Chop am Phlox

 

Der Phlox bildet an den Schnittstellen neue Triebe und an denen auch neue Knospen. Dadurch wird er erstens buschiger und stabiler, und – das ist der Trick – bekommt eine zeitversetzte zweite Blüte. Wenn nämlich die erste Blütezeit an den nicht geschnittenen Trieben beinahe vorbei ist, öffnen die an den Schnittstellen neu ausgetriebenen Stängel ihre Knospen. Ha!

 

Ich nehme meistens die größten und längsten Triebe und davon jeden zweiten. Das fällt dann nicht auf und die Pflanze blüht regelmäßig.

 

Auch wenn es schwer fällt, Euren frisch ausgetriebenen, bereits hochgewachsenen Zöglingen an den Kragen zu gehen - aber es lohnt sich. Ich habe letztes Jahr Vergleichspflanzen gehabt und das Ergebnis war wirklich deutlich. Gerade Sedum (Fetthenne) wird irgendwann schwer und kippt gerne auseinander, das konnte der Chelsea Chop hervorragend verhindern.

 

Gebt danach Euren Pflanzen einen großen Schluck zu trinken und eventuell auch etwas Dünger.

 

Und noch ein Tipp: Ihr könnt aus dem Schnittgut neue Pflänzchen ziehen. Besonders bei der Fetthenne funktioniert das ganz einfach. Steckt die abgeschnittenen Triebe in eine Vase und schon bald werden sich neue Wurzeln bilden.

 

Ich empfehle Euch, das erste Mal Euch sanft an den Chelsea Chop heranzutasten. Einfach ein paar Triebe ausprobieren.

Gerade wenn der Frühling sehr trocken gewesen ist, könnte ein zu radikaler Schnitt der Pflanze eher schaden als Euch mehr Blütenfülle zu schenken.

Auch der Zeitpunkt ist entscheidend. 

Und bitte haltet Euch an die untenstehende Liste. Es funktioniert nicht bei allen Blumen, wie z.B. bei Pfingstrosen, Akeleien oder Hortensien.

 

 Chelsea Chop an einer Fetthenne

 

An diesen Pflanzen kann der Chelsea Chop angewendet werden:

 

Phlox

Katzenminze

Herbst-Astern

Indianernessel

Schafgarbe

Purpur Sonnenhut

Goldlack und Goldlack "Bowles Mauve"

Färberkamille

Garten-Margerite

Sedum 

Sonnenbraut

Rudbeckia

Helianthus 

Goldrute

 

Verwechselt diese Technik aber nicht mit dem "normalen" Rückschnitt NACH der Blütezeit, um eine zweite Blüte zu fördern.

 

Dieser empfiehlt sich u.a. bei diesen Pflanzen:

 

Rittersporn

Fingerhut

Eisenhut

Stockrose

Sterndolde 

Bartfaden

Lupine

Flockenblume

Königskerze

 

Und dann gibt es noch die Pflanzen, die nach der Blüte nicht ganz so ansehnlich sind. Da empfehle ich einen radikalen Rückschnitt (nach der Blüte), um schöne, frische Blätter nachwachsen zu lassen:

 

Alchemilla (manchmal kommt auch da noch ein Blümchen raus)

Bei manchen Storchschnabel-Arten, falls die Blätter unansehnlich geworden sind

Zier-Salbei

 

 


 

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