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MEINE 14 LIEBLINGE, DIE DEN GARTEN VERZAUBERN - ohne Arbeit zu machen

12.03.2018

"Sarah, dein Garten muss ja soooo viel Arbeit machen." Diesen Satz höre ich jedes Mal, wenn sich jemand meinen Garten anschaut.

 

Nein. Nein. Nein.

 

Mein Garten macht nicht viel Arbeit und kostet mich verhältnismäßig auch wenig Zeit. Denn die habe ich nicht. Und trotzdem blüht er von Januar bis Dezember. Üppigst.

 

 

 

Natürlich muss ich ab und zu im Garten arbeiten (und ich schreibe hier ungerne "muss" und "arbeiten" - ich tue es nämlich sehr gerne).

Klar, regelmäßiges Rasenmähen, aber welcher Gartenbesitzer muss das nicht? Und der Rückschnitt im Frühjahr. Ab und zu versorge ich tatsächlich auch einige (längst nicht alle!) meiner Pflanzen mit Nahrung und Wasser. Und alle paar Wochen muss ich das Unkraut in die Schranken weisen, ja klar. Aber sonst... steht der Genuss des Gartens im Liegestuhl ganz vorne. 

 

Worin liegt dann das Geheimnis? 

 

In der richtigen Auswahl der Pflanzen. Und in der Behauptung, dass ein gepflegter Rasen mehr Arbeit macht als ein intelligent angelegtes Staudenbeet.

 

Und natürlich ist es eine Frage der Perspektive, ob ein Garten "Arbeit" macht. Für mich ist das nur Arbeit, wenn mein Zeitplan eng getaktet ist. Und das ist er leider momentan sehr stark.

 

Also Mut zur Blütenfülle, trau Dich ran an Deinen Märchengarten.

 

 

 

Hier stelle ich Dir meine genügsamsten no-work-no-time Pflanzen vor, die Dich Jahr für Jahr mit vielen Blumen erfreuen werden.

 

Ein Satz vorab: Die unkomplizierteste Pflanze kümmert und mickert, wenn ihre Ansprüche nach Sonne und Boden nicht erfüllt sind. Es lohnt sich in jedem Fall, vor der Pflanzung in gute Erde zu investieren und die Lichtverhältnisse im Auge zu behalten. Und klar sollte sein, dass eine frischgepflanzte Pflanze in der ersten Zeit regelmäßig mit Wasser versorgt werden muss.

 

So, jetzt aber zu meinen Lieblingen für Faule:

 

Wenn Du mich schon besser kennst, weißt Du natürlich wer (mal wieder) ganz oben auf der Liste steht:

 

DIE RAMBLERROSE

Ohne die geht im verwunschenen Garten einfach nichts.

Und sie macht wirklich keine Arbeit.

Nimm keine Mehrfachblühende (Nein??? Nein. Denn dann verfolgt Dich wieder der Drang das Verblühte abzuschneiden (das frisst Zeit) und Du liegst eher unentspannt im Liegestuhl). Greif lieber auf eine Einmalblühende zurück, die Hagebutten bildet. Dann hast Du im Herbst und oft auch noch im Winter (je nach Appetit der Vögel) auch noch was zu bestaunen.

 

Für welche Du Dich dann entscheidest, hängt in erster Linie vom Standort, Einsatz und Farbwunsch ab. 

 

 

 

Arbeitsaufwand: Nach der Pflanzung keiner, wenn sie so wachsen darf, wie sie will. Wenn Du sie ein wenig kontrollieren musst, kannst Du sie leiten (also hochbinden) oder wenn sie zu ausladend wird, auch zurückschneiden. 

Luxus-to-do: Natürlich freut sich Deine Rambler auch über eine kleine Kompostgabe im Frühjahr und wird sie Dir mit noch mehr Blühkraft danken (aber nicht in den ersten zwei, drei Jahren. Lass sie ruhig erstmal alleine nach Nahrung suchen, dann wachsen ihre Wurzeln schön tief und sie kann sich selber mit Wasser versorgen).

Auch empfiehlt es sich, das Totholz wegzuschneiden, das sieht hübscher aus.

 

Bleiben wir kurz noch bei den Rosen, denn es gibt es doch, das kleine Rosenwunder:

 

STERNENFLOR

Eine sehr kleine Strauchrose und Bodendecker aus dem Hause Schultheis. Blüht überreich (von Juni bis zum Frost), hagebuttet (ich glaube, das Wort gibt es nicht, sollte es aber) gelegentlich und putzt sich sogar selber aus. Also nix zum Wegschneiden. Und sie duftet auch noch. Eine Bienenweide.

 

 Foto: Rosenhof Schultheis

 

Arbeitsaufwand: Im Frühjahr alte Blütenstände zurückschneiden, das regt einen kräftigen Neuaustrieb an.

Luxus-to-do: Eine Düngergabe im Frühling wird auch hier mit noch mehr Blüten gedankt. Aber auch bei dieser Rose in den ersten zwei Jahren lieber darauf verzichten.

 

DAS ARGENTINISCHE EISENKRAUT
Ach, noch so ein Highlight! Ich kann gar nicht genug davon im Garten haben. Filigran schlängelt sich die Verbene (Verbena bonariensis) durch die Rosen und andere Stauden und blüht und blüht und blüht. Von Juli bis in den November. Sie vermehrt sich von selber, braucht absolut keine Pflege, ist schön in Sträußen und die Schmetterlinge sind völlig aus dem Häuschen. 


Sie ist nicht völlig winterhart, die Chancen sind aber oft ganz gut, dass sie mit einer Laubschicht bedeckt, gut durch den Winter kommt. Ich habe sie seit Jahren im Garten und jedes Jahr blühen wieder neue Exemplare (durch Versamung) oder die vom letzten Jahr haben den Winter überstanden.

 

 

Arbeitsaufwand: Rückschnitt im Frühjahr

Luxus-to-do: Da fällt mir beim besten Willen nichts ein.

 

 

DIE ZIERQUITTE

Anspruchslos, blüht (weiß, rosa, rot), essbare Früchte, die in Gestecken und Kränzen zauberhaft aussehen, als Hecke geeignet, hübsch als Busch.... was will man mehr?

 

Arbeitsaufwand: Bis auf's Einpflanzen.... nix. Da sie am alten Holz blüht, kann man gut und gerne selbst auf den Rückschnitt verzichten.

 

 

 Foto: Aggi Schmid, Fotolia

 

DIE TULPE

Wenn Du sie einmal im Boden hast, kannst Du Dich auch hier entspannt zurücklehnen und ihr beim Blühen zu schauen. Und achtest Du noch darauf, dass es Tulpen sind, die verwildern, wirst Du von Jahr zu Jahr mehr (im wahrsten Sinne des Wortes) Freude mit Deinen Zwiebelpflanzen haben. Das Gleiche gilt übrigens für Schneeglöckchen, Krokusse, Winterlinge, Narzissen....

 

Arbeitsaufwand: Einmal Zwiebeln pflanzen. Und gut is. Am besten Wildtulpen, die vermehren sich nämlich. 

Luxus-to-do: Wen die verwelkten Tulpen stören, der kann sie entfernen, aber erst, wenn sie komplett welk sind. Die Pflanze muss sich die Nährstoffe für das nächste Jahr aus den Blättern und Stängel holen und diese in der Zwiebel lagern. Sind sie aber schlau gepflanzt, in der Mitte des Beetes, verdecken schon bald die wachsenden Stauden die nicht ganz so schönen Tulpenreste.

 

 

DIE HERBSTANEMONE

Die Wucht im Herbst. Blühfreudig, zauberhaft, unkompliziert, in weiß, rosa und pink zu haben. Auch sie blüht im Fast-November-Garten noch mit Dahlien (die machen Arbeit!), Astern (kaum) und dem argentinischen Eisenkraut um die Wette.

 

Der Herbstanemone habe ich einen eigenen Artikel gewidmet - den findest Du hier *klick* (Ode an die Herbstanemone - 11 Gründe warum sie in keinem Garten fehlen darf)

 

 

 

Arbeitsaufwand: Rückschnitt im Frühjahr

Luxus-to-do: Düngergabe im Frühjahr - ich tue es nicht. Ab und zu gibt's ein bisschen Kaffeesatz.

 

 

DER STORCHENSCHNABEL "Rozanne"

Dir widme ich auch irgendwann einen eigenen Artikel, liebe Rozanne. Was bist Du nur für ein Blühwunder. Ich halte mich oft zurück mit Sortenempfehlungen, da das meistens individuell und Geschmacksache ist.

Nicht aber bei Rozanne. Wenn Storchenschnabel, dann gibt's für mich nur die.

Ununterbrochen blühst Du von Juni bis November. Du bist extrem winterhart (bis -20 Grad), wächst schnell und buschig. Du deckst Böden und füllst im Nu kahle Stellen. Du kannst aber auch ein wenig klettern und Dich wundervoll zwischen Rosen bemerkbar machen. Und die Schnecken lassen Dich in Ruhe.

 

Arbeitsaufwand: Rückschnitt im Frühjahr.

Luxus-to-do: Füttern im Frühjahr - ich tue es nicht. 

 

DIE PFINGSTROSE

Eine klassische Cottage-Garten-Pflanze. Romantisch, nostalgisch und extrem dekorativ. Besonders liebe ich auch ihre Blüten in der Vase.

 

Arbeitsaufwand: Ich schneide sie zurück, wenn sie im Herbst unansehnlich wird.

Luxus-to-do: Es sieht schöner aus, wenn die Blumen nach der Blüte abgeschnitten werden.

Da auch sie (wie Rosen) Tiefwurzler sind, holen sie sich prima Nährstoffe und Wasser selber aus dem Boden.

 

 

 

 

DIE AKELEI

Eine meiner ganz besonderen Lieblingsblumen. Wächst und vermehrt sich wie Unkraut, ist aber so filigran, dass sie eigentlich nie stört oder andere Pflanzen verdrängt. Sie erfüllt den Garten mit Leichtigkeit und gibt ihm den Charme einer Wildblumenwiese.

 

 

 

Arbeitsaufwand: Ich schneide sie zurück, wenn sie im Herbst unansehnlich wird. Und dann schüttele ich die Stängel mit den Samen über den Beeten aus, damit sie sich fröhlich vermehren können.

Luxus-to-do: Akeleien wachsen wirklich überall. Oft finde ich sie zwischen Pflastersteinen oder im Kies. Diese setze ich dann, um sie vor fußballspielenden Jungs zu retten, gerne in geeignetere Umgebungen um.

 

 

DAS VERGISSMEINNICHT

Am schönsten finde ich Vergissmeinnicht zusammen mit dunkelpinken oder rosa Tulpen. Einfach unwiderstehlich. Vermehren sich unaufhaltsam, ich finde sie immer wieder zwischen Fugen, im Rasen oder im Kies. Wer das mag (ich liebe es), wird seine wahre Freude mit diesen Blümchen haben.

 

Arbeitsaufwand: Wer es im Beet ein bisschen "sauberer" mag, wird die verwelkten Pflanzen entfernen wollen. Aber vielleicht doch erst nach der Samenbildung?

Luxus-to-do: Nix.

 

 

 

DER PHLOX

Auch eine klassische Bauerngarten- oder Cottage-Garten-Pflanze. Ich gebe zu, die Liebe zum Phlox musste erst wachsen, ich war nicht immer ein Fan, aber inzwischen hat er mich vollkommen überzeugt. Hoch wird er, von Jahr zu Jahr breiter und bietet ein Portfolio an wunderschönen Farben. 

 

 Foto: Grigoriy, Fotolia

 

Arbeitsaufwand: Rückschnitt im Frühjahr. Und er braucht Wasser bei großer Hitze. Da meldet er sich aber von selbst - durch hängende Blätter.

Luxus-to-do: Meiner bekommt jedes Jahr ein bisschen frische Erde um die Füße. Eine Handvoll Kompost ist genauso gut.

 

 

DER HOPFEN

Auch so ein Kletterwunder. Aus dem Nichts schießen im Frühjahr plötzlich die Triebe aus dem Boden und bedecken im Nu jeden Rosenbogen oder Wände mit Kaschierbedarf.

Hopfen kann man beim regelrecht Wachsen zusehen. Die Zapfen (nur bei weiblichen Pflanzen) wirken als Tee oder Tinktur bakterientötend und beruhigend. Auch in Sträußen verwende ich ihn sehr gerne.

 

Arbeitsaufwand: Rückschnitt zum Winter hin. 

Luxus-to-do: Da ich von meinem Hopfen keine ergiebige Ernte erwarte, muss er alleine zurechtkommen. 

 

 

 

 

 

 

 

DAS HORNVEILCHEN

 

Ein Klassiker. Geht immer. Am liebsten im Topf, da wirken sie meiner Meinung nach besser und im Beet gibt's schnell einen etwas spießigen Touch. Einpflanzen und sich daran erfreuen.

 

 

Arbeitsaufwand: Nach der großen Frühlingsblüte und Frühsommerblüte kommen alle meine Hornveilchen in die Reha. Zurückschneiden und mit Nahrung versorgen - dann gibt es eine schöne zweite Blüte, die sogar bis in den Dezember andauern kann.

Luxus-to-do: Sonst mache ich nichts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DIE KLEMATIS MONTANA RUBENS

Die Montana rubens ist ähnlich wie eine Ramblerrose ein unglaublicher Hingucker. Sie blüht im Mai, wird bis zu10 Meter groß und erobert Pergolas, Garagendächer oder Zäune.

 

Und wenn sie dann blüht, ist kein Blatt mehr zu sehen - dann ist sie über und über mit zarten rosa Blüten bedeckt. 

 

 

 

 

Arbeitsaufwand: Auch hier gilt, darf sie wachsen, dann macht sie auch keine Arbeit. Ansonsten gibt es hier den Schnitt wohl nur zu erwähnen, falls sie zu ausladend wird. Wenn nötig, direkt nach der Blüte schneiden.

Luxus-to-do: Meine bekommt ab und zu unseren Kaffeesatz aus dem Küchenfenster an die Wurzel geschüttet, das hat ihr bislang als Dünger gereicht. Sollte sie nach Jahren von unten verkahlen, verjünge sie ein wenig (oder pflanze einfach was davor ;-)

 

 

Während ich diese Liste geschrieben habe, sind mir noch lauter andere Blumen eingefallen, die kaum Arbeit machen und einem Cottage Garten hervorragend stehen. Ich denke hier an Stockrosen, Astern, Schneeglöckchen, Mondviolen... Es wird also bestimmt eine Fortsetzung geben.

 

Eine zufriedene und gesunde Pflanze macht weniger Arbeit. Und das ist sie, wenn ihre Ansprüche erfüllt sind. Eine sonnenanbetende Blume an einem schattigen Standort wird Dir  - auch wenn sie noch so viel wohlgesinnten Zuspruch bekommt - nicht viel Freude machen. Hat sie aber was sie braucht, wartet sie nur noch darauf von Dir bestaunt und bewundert werden. 

 

 

 

Ein großes Danke an meine Freundin Maria Gonchar für die Zeichnungen meiner 14 Lieblinge für Faule und Vielbeschäftigte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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