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FLORENTIUS DER GÄRTNER

Kęstutis Kasparavičius

Verlag Urachhaus

Florentius, der Bär, ist ein Gärtner aus Leidenschaft und Tradition.

Schon Vater Bär und Großvater Bär waren Gärtner. Florentius kann aber noch mehr, denn er ist sogar der beste Rosengärtner im ganzen Königreich. In seinem Garten züchtet er viele verschiedene Sorten: hasennasenfarbige, geschlossene, noch unbekannt farbige, Rosen von der Farbe eines nicht angebissenen Pfirsichs und Rosen von der Farbe eines angebissenen Pfirsichs. 

Am Wochenende geht Florentius auf den Markt, wo er seine Bärenfreunde trifft, und verkauft seine Rosen. Eines Tages kommt die Königin des Bärenreiches vorbei und ist hingerissen von den vielen Farben der Rosen. Und sie hat eine Frage: Ob er auch schwarze Rosen züchten würde. Florentius versucht, sich herauszureden, aber Königin Bär lässt nicht locker.

 

Natürlich hat Florentius keine schwarzen Rosen und steckt jetzt richtig in der Klemme. Er versucht alles bärenmögliche, um welche zu züchten, und tatsächlich, sein letzter Versuch mit einem Geheimrezept gelingt tatsächlich. Doch da passiert etwas Merkwürdiges mit ihm, mit dem blauen Himmel und mit allen anderen Bären in seiner Umgebung – die ganze Welt versinkt in düsterer Melancholie. Nur Florentius kann etwas dagegen tun…

Der litauische Illustrator Kęstutis Kasparavius hat mit „Florentius der Gärtner“ ein wunderbares Kinderbuch geschaffen, hinter dem, wie so oft, eine tiefgründige Botschaft steckt, die sich eher an Erwachsene richtet. Kasparavičius erzählt die Geschichte in einfacher Sprache, untermalt von feinsinnigen Zeichnungen mit ebenso feinsinnigem Detailreichtum. Mit ihrer naiven Kinderlogik macht sie auch den kindlichen Gemütern unter uns Großen eine Freude: Der Landstreicher fragt im Rathaus, ob er hier einen neuen Namen bekommen könnte. Darauf der Bürgermeister: „Ja, gerade heute haben wir ein paar neue, ganz ungetragene Namen hereinbekommen.“ 

Es ist klar, das Buch hat nur indirekt etwas mit Gärten zu tun. Zwar geht es um Rosen, aber ähnlich wie die blaue Blume der Romantik wird die schwarze Rose hier zu einem Symbol für eine von Trauer und Wut verpestete Atmosphäre, die mit den vielen Farben der Natur auch sämtliche Lebensfreude verschlingt. Vielleicht hat sogar das unbedingt Haben-Wollen nur um des Haben-Wollens willen der Königin etwas damit zu tun – aber tiefer gehende Deutungen überlasse ich jedem selbst. Gott sei Dank ist es ein Kinderbuch, deshalb weiß man schon im traurigen Abschnitt, dass alles wieder gut wird. Florentius wird es wieder richten, die Blumen wieder bunt machen und der Königin seine Meinung geigen. Und wenn er nicht gestorben ist, dann gärtnert er noch heute...